Wie in alten Zeiten

Schön wars am Montag auf dem Brügglifeld. Das Auto musste ich wesentlich weiter hinten parkieren, als ich mir das bisher gewohnt war in der Challenge League. Und dies obwohl ich früher da war, als normalerweise. Dies zeigt einerseits, dass das Zuschaueraufkommen gross ist und andererseits muss ich mich mehr bewegen, was ja sehr gesund ist.  An den Kassenhäuschen standen lange Schlangen, um das Ticket zu kaufen. Da bin ich dann aber doch sehr froh darüber, Saisonkartenbesitzer zu sein. Beim Pommes (ja, auch die gibt es wieder!) holen, musste man sich den Weg hinter die Tribüne wie früher „freidrücken“. Dazu durfte man wieder einmal mehr eine tolle Choreo der Aarau Fans bestaunen, welche hier ein dickes Lob verdient haben. Toll, was die Szene Aarau Spiel für Spiel leistet, das ist ganz grosses Kino und hat vollen Respekt verdient. Kritisiert wird ja immer sehr schnell, aber loben tut der Mensch leider nicht allzu gerne. Das finde ich falsch und äusserst schade, muss mich selber aber auch an der Nase nehmen. Immerhin, ich arbeite daran…

Aber zurück zum Matchbesuch. Es herrschte an allen Ecken und Enden Super League Stimmung im altehrwürdigen Brügglifeld und das meine ich positiv ;-). Das Spiel passte sich dem gleich an, von Beginn weg sahen die Zuschauer ein animiertes Spiel. Aarau war dabei die aktiviere Mannschaft, erarbeitete sich gute Chancen, sündigte aber leider zu oft im Abschluss. Hinzu kam eine Naivität, welche man einer so jungen Mannschaft halt einfach verzeihen muss. Die ersten beiden Gegentore fielen beinahe identisch und nach Konter, dies obwohl man knapp in Führung gelegen hat. Dass Bellinzona dann auch noch den unverdienten Siegtreffer zu Stande brachte, war sehr abgezockt von den Gästen.

Aber so ist Fussball, es kann unheimlich schnell gehen. Ein Spieler, der über die gesamten 90 Minuten kaum gesehen wird, aber trotzdem zwei Bälle ins Tor stolpert (zumindest das erste Tor war nichts anderes als ein Gestolper, da hätte man auch einen Pfosten hinstellen können, der Ball wäre ebenfalls im Tor gelandet, wahrscheinlich sogar einiges eleganter…) hat dann in den Medien plötzlich „gross aufgetrumpft“.  Na ja, jedem seine Schlagzeile. Der Yakin dürfte ja vorallem in der Challenge League gelandet sein, weil er in der Super League nicht mehr einer der überragenden Fussballer war. Mit dem Wechsel ins Tessin hat er wohl gehofft, dass er in der Challenge League wieder „gross auftrumpfen“ kann und ihn alle loben und hätscheln. Ob er da wohl richtig gepokert hat? Die Challenge League ist doch eine Liga für Kämpfer und als solchen sehe ich den Hakan nicht wirklich. Aber dass er immer noch gut für ein oder zwei Tore ist, hat er am Montag bewiesen, das will ich ihm auch gar nicht absprechen.

Fakt ist, Aarau wurde für eine gute Leistung schlecht belohnt. Man kann jetzt den Sand in den Kopf stecken oder so. Aber man kann sich auch sagen, dass man den zweiten Platz nun erst recht erreichen will. Bellinzona könnte sich nun in einer trügerischen Sicherheit befinden. Abgezockt war ihr Spiel, kein Frage, aber sie mussten auch viel Glück in Anspruch nehmen. Ob dies in den nächsten Spielen wieder auf ihrer Seite steht, wage ich zu bezweifeln. Aarau hingegen hat ein vermeintlich einfaches Restprogramm. Ich weiss, dass dies auch sehr gefährlich sein kann. Aber bei René Weiler bin ich mir ganz sicher, dass er das Team gut auf die nächsten Gegner vorbereiten wird. Er lebt den Fussball und ist sich der Gefährlichkeit der „Kleinen“ absolut bewusst. Hinzu kommt, dass Aarau absolut keinen Druck hat. Der Aufstieg ist ja schliesslich nicht das primäre Ziel. Steht der FCA am Ende nicht auf Platz 2 ist dies kein Beinbruch und kaum einer wird der Mannschaft einen Vorwurf machen.

Die Aarauer sind weiter, als man dies erwarten konnte und es ist doch ein unheimlich gutes Gefühl mit dem FC Aarau als Spitzenteam mit zu fiebern. Ich geniesse dies auf jeden Fall und glaube nach wie vor daran, dass unser FCA am Ende der Saison vor Bellinzona und Lugano auf Platz zwei stehen wird. Die Mannschaft, der Vorstand, die Fans, ja das ganze Umfeld, welches zurzeit grossartige Arbeit leistet, hätte es mehr als verdient. Und dass man in Aarau zuschauermässig absolut Super League tauglich ist, hat man am Montag einmal mehr bewiesen. Ich jedenfalls stehe wesentlich lieber in einem gut gefüllten Brügglifeld, als beim Rekordmeister im Letzigrund mit 2000 bis 3000 Nasen…

In diesem Sinne, HOPP AARAU, ob in der Super League oder in der Challenge League!

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