Bedroht ein Tag ohne Fleischkonsum das eigene Leben?

Ich schaue am PC zurzeit gerade das Spiel zwischen dem FC Basel und den Berner Young Boys, während meine Frau eine Wiederholung des Kassensturz schaut. Da geht es darum, dass die Menschen zuviel Fleisch essen und nun gewisse Kantinen und Altersheime an einem Tag in der Woche einen Vegi-Tag machen. In so einer Kantine wurden mehrere Personen gefragt, ob dies ein Problem sei. Die meisten finden es völlig in Ordnung, während es aber auch gegenteilige Aussagen dazu gegeben hat. Ein Mann regte sich richtiggehend auf. Diesem Herrn gehört mein aufrichtiges Mitleid. Wenn man nur glücklich überleben kann, indem man jeden Tag Tiere futtert, dann ist man richtig arm dran. Interessant war auch die Aussage, dass jeder die Wahl haben sollte, ob er sich mit Fleisch oder vegetarischen Produkten ernähren möchte. Schon mal darauf geachtet, wie mickrig – oder oft sogar gänzlich fehlend – die Auswahl an vegetarischen Produkten ist? Ich erlebe dies an jedem Fussball- oder Eishockeyspiel…

Hier der interessante Beitrag des Kassensturzes: Streit um Fleischkonsum

Über den echten Skandal spricht niemand?!?

Dieses Mal handelt es sich wirklich um einen Skandal, doch kaum einer redet darüber. So tickt also die Menschheit. Ist in der Lasagne Pferdefleisch, statt Rindfleisch sind die Menschen empört und die Medien schreiben von Skandal. Obwohl kaum ein Konsument eine Ahnung hat, was eigentlich so alles in einer Lasagne enthalten ist. Ja, es hat ein paar E-Nummern, deren Bedeutung interessiert aber kaum jemanden.

Nun kommt ein Bericht im Kassensturz, wie Pferde aufs Übelste leiden müssen. Beispielsweise werden sie teilweise 18 Stunden auf engstem Raum durch die Gegend gekurvt. Das ist nur ein  noch harmloses  Beispiel. Doch in den Medien ist kaum etwas darüber zu lesen, ganz anders als beim „Pferdefleisch-Skandal“. Wenn also in einem Produkt etwas drin ist, das aber nicht drauf steht, findet das die Gesellschaft scheinbar viel schlimmer, als wenn Tiere gequält werden, nur damit der Mensch weiter seinem Überkonsum von Fleisch frönen kann.

Denner nimmt Pferdefleisch vorübergehend aus dem Sortiment

Denner schreibt heute auf seiner Facebook-Seite:

Am Dienstag, 19.2.13 wurden in der Sendung Kassensturz abschreckende Aufnahmen aus verschiedenen Pferdefarmen in Nordamerika gezeigt. – Denner nimmt die Vorwürfe des Tierschutzbundes ernst und hat daher bereits am vergangenen Freitag vorsorglich sämtliche Pferdefleischprodukte aus seinen Regalen entfernt. Bis zur endgültigen Abklärung der Sachverhalte wird Denner auf den Verkauf von Pferdefleisch verzichten.

Ich finde es sehr vorbildlich, – auch wenn böse Zungen behaupten, dass es sich hauptsächlich um eine Marketing-Aktion handelt – dass Denner diese Sache ernst nimmt und solchen Machenschaften den Riegel schieben will. Es kann und darf nicht sein, dass Tiere misshandelt werden. Doch, dass man das Fleisch, welches bereits verarbeitet wurde, nun einfach entsorgt, ist doch völliger Blödsinn. Diese Tiere sind ja bereits tot, da ist keinem gedient, wenn dieses Fleisch einfach weggeworfen wird. Im Gegenteil, so sind diese Tiere völlig umsonst gestorben.

Weiter finde ich es etwas scheinheilig, wenn man jetzt, wo ein solcher Fall aufgedeckt wurde, so schockiert reagiert. Vorher hat man offensichtlich nicht so genau hingeschaut. Und wenn Denner und hoffentlich auch allen anderen Lebensmittelhändler, wirklich daran interessiert sind, dass so etwas nicht auch bei anderen Tieren passiert, dann sollten sie überall ganz genau hinschauen. Nicht nur bei den Pferden herrschen solche Zustände und ich bin überzeugt, dass dies vielen durchaus bewusst ist, man aber lieber wegschaut.

Auch viele Konsumenten sollten sich an der Nase nehmen. Dass man nicht gerne zuviel Geld ausgibt, ist verständlich, doch beim Fleisch spart man definitiv am falschen Ort. Natürlich kann ich als Konsument kaum überprüfen, ob die Tiere beim Bio-Fleisch wirklich besser behandelt werden. Doch kann ich sehr wohl davon ausgehen, dass bei diesen Produkten ganz genau hingeschaut wird. Lieber also etwas mehr fürs Fleisch bezahlen, dafür läuft alles so Tier gerecht ab, wie es halt möglich ist.. Und es muss nun wirklich nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller kommen, auch da kann jeder einzelne mit gutem Willen, etwas dazu beitragen, dass Tiere nicht leiden müssen und die Umwelt geschont wird!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Haut in die Tasten!

 

Die Scheinheiligkeit des VCS

Der Bau eines Fussballstadions ist DAS leidige Thema in Aarau schlechthin. Seit gefühlten 100 Jahren versucht man ein Projekt zu realisieren, das allen – egal ob beteiligt oder unbeteiligt – passt. Unzählige Leute haben sich bei dieser Diskussion schon eingebracht, oftmals wohl einfach, weil dies halt ein Projekt des öffentlichen Interesses ist und so der eigene Name wieder einmal erscheint. Es wäre die Überraschung des Jahrhunderts gewesen, wenn sich da der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) nicht auch noch gemeldet hätte. Argumente für Einsprachen lassen sich schliesslich immer finden.

Wie immer sind Parkplätze für den VCS ein Dorn im Auge. Wahrscheinlich denkt man sich, wenn es keine Parkplätze geben würde, gäbe es auch keine Autos. Ich finde es gut und wichtig, dass man sich Gedanken über die Umwelt macht, keine Frage. Aber zu wenige Parkplätze haben doch meistens Staus und Wartezeiten zur Folge, welche der Umwelt auch nicht unbedingt einen Gefallen tun. Ich verstehe also dieses ewige Parkplatzgenörgel ehrlich gesagt keineswegs. Es muss doch andere Ansätze geben, den Menschen die ÖV’s nahezulegen. Tiefere Preise beispielsweise. Wobei die Züge ja jetzt schon masslos überfüllt sind. Die Probleme würden sich meines Erachtens einfach verschieben und nicht lösen.

Weiter scheint der VCS sogar über den Verkehr hinaus zu denken. Denn plötzlich interessiert man sich für die Umsätze der Kinos in der Altstadt. Die geplanten Kinos im Stadionkomplex sind dem Verkehrsclub nämlich ebenfalls ein Dorn im Auge. Der zu erwartende Mehrverkehr wird natürlich als Störfaktor genannt, aber erstaunlicherweise stört die Herren vom VCS auch noch die neue Konkurrenz der bestehenden Aarauer Kinos.

Die Kinos in der Altstadt sind allerdings weiter entfernt vom Bahnhof und werden wohl eher mit dem Auto aufgesucht. So sollte sich der VCS doch eigentlich eher daran erfreuen, wenn sich die Kinobesuche näher an den Bahnhof verlagern würden. Also, was genau möchte der Verkehrsclub denn jetzt, rentable Kinos in der Altstadt, welche mit dem Auto besucht werden oder Kinos am Bahnhof, welche wesentlich besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind?

Es kann doch nicht sein, dass man aus Angst vor Konkurrenz alles Neue ablehnt! Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Kinobetreiber der Altstadt müssen sich eben ins Zeug legen und Ideen kreieren. Falls sie sich jedoch für das Jammern und dem „den anderen die Schuld in die Schuhe schieben“ entscheiden, werden sie tatsächlich unter gehen, sind aber selber schuld. Wenn in der Geschichte der Menschheit allen Ideen die Chance genommen worden wäre, nur um das bereits Bestehende zu schützen, würden wir heute wohl alle noch in einer Höhle leben und müssten unser Essen selbst besorgen. Zugegeben, dann hätten wir auch keine Verkehrsprobleme…

Kein Aberglaube: Die Welt steht wirklich vor dem Untergang!

Es war klar, dass es irgendwann passiert. Nun wissen wir endlich, wieso die Welt untergeht. Die Gefahr lauert in jedem Supermarkt. Es ist klein, aus Öl und wird von den Menschen verschwendet, als wäre es für die Umwelt nicht schädlich, sondern sogar essentiell.  Wir haben es bisher kaum beachtet, dies war ein Fehler, ein grosser Fehler! Etwa ein zu grosser Fehler? Hatten wir die Augen in den letzten Jahren zu sehr verschlossen?

Diese Fragen sind berechtigt, wenn man bedenkt, dass für den 21.12.12 der Weltuntergang bestellt wurde und sich genau jetzt dieser kleine, freche Gegenstand in den Vordergrund drängt. Noch ist es nicht ausgeartet, die Menschen bekämpfen sich erst im Internet. Doch wie lange geht es, bis erste Demonstrationen organisiert werden? Wann kommt es zu ersten Streiks und Tumulten? Steht uns die grösste Schlacht der Menschheitsgeschichte bevor?

Ich sehe schwarz für die Welt. Noch beschäftigt das Thema nur die Schweiz, doch es scheint unaufhaltsam zu sein, dass schon in wenigen Tagen – nein was sag ich, Stunden (!) – die ganze Welt nur noch ein Thema vor Augen haben wird. Nicht nur in der Schweiz wird es zu Tumulten und Anschlägen kommen, nein, die ganze Welt wird bald schon brennen.

Und wieso das alles? Weil so ein gemeiner, böser, hinterhältiger Politiker es wagt, uns die unersetzlichen, überlebenswichtigen Plastiksäckli weg zu nehmen! Einfach so macht der sich an unserem Stolz, an unserem Heiligtum zu schaffen! Wieviele Stunden haben Menschen auf der ganzen Welt wohl schon damit verbracht, vor einem Plastiksäckli zu beten?!? Wie soll es nur weiter gehen, ohne diese kleinen, von Gott erschaffenen Lieblinge? Beim Verfassen dieser Zeilen kann ich die Tränen nicht mehr aufhalten, muss immer wieder unterbrechen. Es tut so unendlich weh, bald ohne diese Säckli leben zu müssen.

Dieser Verlust kann die Menschheit nicht schlucken. Das ist der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen wird. Die Maya`s hatten recht. Alles mögliche hätte ich erwartet, aber dass unser geliebtes Plastiksäckli angegriffen wird, nein soweit hätte ich nie gewagt auch nur annähernd zu denken! Ich bin schockiert, fühle mich leer und niedergeschlagen!

Fazit: Wie verwöhnt sind wir hier in der Schweiz eigentlich, dass uns ein Plastiksäckliverbot bereits so dermassen aus der Fassung bringen kann? Meine Güte, es ist doch nur eine Frage der Organisation und des daran gewöhnen! Immer nach Innovationen schreien, aber bei Veränderungen beinahe einen Herzinfarkt erleiden, gibt es eine grössere Ironie? Ich glaube fest daran, dass sich jeder in diesem Land daran gewöhnen kann, auch ohne Plastiksäckli ein glückliches Leben zu führen!  Und sonst muss man halt ans Auswandern denken, an einen Ort, an dem es sie noch gibt, die Plastiksäckli…

PS: Das hier hilft manchmal:

Der 1. August und das Feuerwerk

Gestern war in der Schweiz der Nationalfeiertag. Dies hörte man schon Tage vorher, an der ewigen Knallerei, solcher die scheinbar absolut keine Geduld hatten.

Wir waren am Abend in Aarau unterwegs und was man da teilweise sah, konnte ich kaum glauben. 5 bis 6 Jährige, welche ohne Aufsicht in Menschenmengen Raketen abfeuerten. Es war überhaupt ein einziges Geknalle von allen Seiten. Dass da nichts grösseres passiert ist, hat in erster Linie mit Zufall zu tun. Aber wehe eine Fangruppe zündet im Stadion kontrolliert Pyromanie, ja da wird dann der Hammer hervorgeholt. Das sind ja schliesslich alles kindsköpfige Verbrecher. Ich war schon unzählige Male in einer Kurve, in der Pyro’s gezündet wurde. Angst hatte ich nie, nicht im Geringsten. Denn da sind jeweils Leute am Werk, welche organisiert sind und wissen was sie tun. Gestern hatte ich jedoch die ganze Zeit ein mulmiges Gefühl. Trotzdem scheint 1.August Feuerwerk in der Gesellschaft ohne weiteres akzeptiert zu sein. Da gehört es dazu. Welche unglaubliche Doppelmoral!

Ich bin sogar für ein Verbot vom 1.August Feuerwerk. Es sollte nicht möglich sein, dass jeder tonnenweise Feuerwerk kaufen und in die Luft schiessen kann. Erstens ist es ganz einfach viel zu gefährlich, ohne jegliche Kenntnisse und Organisation, Feuerwerk zu zünden. Zweitens verpestet es die Umwelt, welche dringend und viel mehr geschont werden müsste. Da wäre es doch kaum ein grosser Verlust, wenn man auf Feuerwerk verzichtet, aber die Umwelt würde es sehr danken. Drittens kostet es unnötig viel Geld. Geld welches man wesentlich besser investieren könnte. Ich will gar nicht wissen, wieviele Menschen mit dem am 1. August verpulvertem Geld ernährt werden könnten. Man stelle sich vor, hungernde Menschen wären nicht weit weg, sondern man würde das Feuerwerk direkt neben ihnen zünden. Das würde wohl jeder absolut geschmacklos finden. Der einzige Unterschied zwischen diesem Szenario und der Realität ist jener der Distanz. Dann findet man es plötzlich völlig in Ordnung…
Und viertens leiden unendlich viele Tiere unter dem Krach. Und das alles nur um sich eine kleine Befriedigung einzuholen, ohne die jedermann sehr gut leben könnte.

Da es aber in diesem Fall natürlich verschiedene Meinungen gibt und in der Schweiz Demokratie herrscht, bin ich für einen Kompromiss. Feuerwerk für Privatpersonen sollte ohne Ausnahme verboten werden. Die öffentlichen Feuerwerke hingegen sollen erlaubt bleiben. So hat jeder die Möglichkeit, an einem zentralen Punkt ein Feuewerk zu geniessen und man ist der Umwelt trotzdem etwas entgegengekommen.