Gäste müssen warten…

Bei Super League Spielen und teilweise sogar bei Challenge League Spielen (letzte Saison Wil, bei ca. 800 Zuschauern im gesamten Stadion!) hat es sich leider eingebürgert, dass Gästefans erst 30 Minuten nach Spielschluss aus dem Stadion gelassen werden.

Ich kann es drehen und wenden wie ich will. Meine logische Denkweise lässt es nicht zu, verstehen zu können, wo da genau die Vorteile sein sollen. Im Gegenteil, wächst so nicht eher das Risiko von Ausschreitungen?
Schliesslich haben die Heimfans bei dieser Vorgehensweise theoretisch viel mehr Zeit, sich beispielsweise in einem Quartier zu formieren und einen gezielten Angriff zu planen. Zudem macht es die Gästefans sauer, wenn sie eine gefühlte Ewigkeit warten müssen. Auch nicht gerade förderlich, wenn man Ruhe rein bringen möchte. Teilweise (St.Gallen) geschieht dies auch noch auf engstem Raum. Wäre nicht das pure Gegenteil sinnvoller? Dass man die Auswärtsfans möglichst rasch nach dem Schlusspfiff aus dem Stadion geleitet? Wenn ich mich nicht täusche geschieht in Aarau genau das. Über die Gästefans hat man doch viel die bessere Übersicht, während die Heimfans wesentlich schwieriger zu überblicken sind, da sie sich in alle Richtungen verstreuen.

Na ja, irgendeine Logik wird es ganz bestimmt haben…

@Aarau und BVB: Bringt mich heute um den Verstand!!!

Der heutige Samstag könnte zum grössten Fussballtag meines Lebens werden. Erst spielt der FC Aarau gegen Chiasso. Holt der FCA heute mehr Punkte, als Bellinzona gegen Wohlen, dann steigt er sportlich und definitiv in die Nationalliga A auf. Einer spontanen Aufstiegsfeier stünde so nichts mehr im Wege und das Ganze drumherum, wieviele Punkte die Tessiner denn eigentlich genau haben, hätte endlich ein Ende.

Dass die Liga dem Treiben in Bellinzona gemütlich zuschaut und Rekurse halt einfach nicht behandelt und so alle in einer unglaublichen Ungewissheit leben müssen, kann ich kaum fassen. Wenn die SFL das Aufstiegsrennen künstlich erhalten möchte und Aarau sportlich aufsteigen lassen will, dann soll sie es gefälligst klar und unmissverständlich so kommunizieren. Ein Horrorszenario, wenn nächste Woche plötzlich eine Medienmitteilung eintrifft, in welcher die Rekurse abgewiesen werden. In diesem Falle wäre Aarau nämlich aufgestiegen. Fans und Mannschaft würden also per Internet erfahren, dass der Aufstieg nun Tatsache ist. Sprich: Aarau würde um eine spontane Aufstiegsfeier nach einem Spiel gebracht. Na ja, soweit ist es ja noch nicht.

Nach dem Spiel gegen Chiasso spielt Borussia Dortmund im Champions League Finale in London gegen Bayern München. Steigt Aarau also sportlich auf heute, stehe ich vor einem grossen Clinch. Aufstiegsfeier während die Borussia das Spiel der Spiele bereitet. Das nennt man wohl Luxusproblem, aber sowas von!

Es besteht also die Möglichkeit, dass ich heute einerseits den Aufstieg des FC Aarau und andererseits den Champions League Sieg des BVB zu feiern habe. Trotz Interessenkonflikt und der Gefahr eines Glücksgefühl-Überschusses hoffe ich sehr darauf! 🙂

Hopp Aarau! Heja BVB!

trikots

GC wohl zu unreif für den Titel

Ich habe in den letzten Wochen immer darauf gehofft, dass GC am Ende vor Basel stehen wird. Nicht weil ich GC mag, sondern einfach nur deswegen, weil ich Meisterschaften nicht gerne habe, bei denen immer dieselbe Mannschaft am Ende zuoberst steht. Bis heute hatte ich durchaus noch Hoffnung, dass es die Zürcher schaffen werden. Basel tanzt auf drei Hochzeiten, dies raubt Kraft. Doch heute habe ich davon gelesen, dass GC und Adrian Fetscherin extrem viel Energie in einen unnötigen Nebenschauplatz verschwenden – und dies nicht zum ersten Mal.

Der Goalie Roman Bürki wurde nachträglich wegen einer Unsportlichkeit mit drei Spielsperren bestraft. Zuvor hatte SRF-Mann Sascha Ruefer im Sportpanorama genau so eine Konsequenz gefordert und auch der Blick nahm diese Geschichte natürlich gerne auf. Ich bin auch überzeugt, dass der Blick in seinen Artikeln über dieses Thema massiv übertrieben hat – so wie es dieses Blatt eben immer macht. Selbst Schuld, wer diese Zeitung ernst nimmt…

Dass Journalisten (besonders die vom Blick) gerne alles in ein anderes Licht stellen ist nichts neues. Die Reaktion von GC und Adrian Fetscherin ist meines Erachtens sehr unprofessionell. Beim GCZ sollte man sich auf das Wesentlich konzentrieren, und ehrlich eingestehen, dass 3 Spielsperren durchaus angebracht sind. Ja, Roman Bürki hat Pajtim Kasami an der Schulter nur gestreift, es hätte aber genau so gut passieren können, dass der Schuh mitten im Gesicht gelandet wäre. Das Ganze ist sicherlich aus der Emotion passiert, darf aber eigentlich nicht passieren. Man kann nicht immer Fairness anpreisen und dann solch eine Aktion vertuschen wollen. Ruefer hat seine ehrliche Meinung gesagt und das darf er, mit Rufschädigung hat das nun wirklich nichts zu tun. Schliesslich konnte sich jeder Zuschauer zuvor selbst eine Meinung bilden, beim Betrachten der TV-Bilder.

Ich habe dieses Sportpanorama gesehen und hatte nicht den Eindruck, dass Sascha Ruefer falsch handelt. Im Fussball spricht man über etliche Szenen und da werden Meinungen ausgetauscht. Wer damit nicht umgehen kann, sollte vielleicht den Fernsehkonsum generell überdenken.

Wenn die Grasshoppers noch Chancen auf den Titel haben wollen, sollten sie nicht mit solchen Nebengeschichten Unruhe ins Team bringen. Übrigens dürfte es für den Ersatztorhüter Taini nicht sehr motivierend sein, wenn man nun von Wettbewerbsverzerrung spricht, weil der Stammtorhüter fehlt…

Bayern und die Transferstrategie

Ich habe es schon länger befürchtet, und war schon überrascht, dass so lange nichts ging in dieser Hinsicht. Man kennt das Phänomen seit Jahren. Die Bayern dominieren in der Regel die Bundesliga, aber immer wieder gibt es Vereine, die sich dem FCB als Spielverderber präsentieren. Bayern München ist für Fussballspieler in Deutschland die absolute Topadresse und dies nutzt man in der Lederhosen-Stadt schamlos aus. So werden den aufkommenden Konkurrenten jeweils halt einfach die Stars weggekauft. Manchmal dürfen sich diese Spieler bei den Bayern lange genug präsentieren und schlagen tatsächlich auch bei ihrem neuen Verein ein. Oftmals kommt es aber auch vor, dass diejenigen eben wirklich in erster Linie verpflichtet wurden, um die Konkurrenz zu schwächen. So wurde schon manch ein Talent vergrault und Klubs rutschten in die Krise.

Erstaunlicherweise konnte der BVB – der den Münchnern in den letzten beiden Saisons den Titel wegschnappte – bis jetzt dieser Strategie entgehen. Wahrscheinlich deshalb, weil die Spieler merken, dass die Borussen aus Dortmund durchaus das Potential haben, langfristig mit den Bayern um den Titel zu kämpfen. Da wird sauber gearbeitet und mit Jürgen Klopp hat man einen sympathischen Fussball-verrückten Trainer an der Seitenlinie. Ich glaube kaum, dass es die Bayern nicht versucht hätten, den Dortmundern Spieler weg zu kaufen.

Doch nun hat es den BVB leider doch noch erwischt. Das grosse Talent Mario Götze wechselt zum FC Bayern für 45 Millionen Schweizer Franken. Zugegeben, da wird es nicht einfach darum gehen die Borussia zu schwächen. Ein polyvalentes Talent wie es Mario Götze ist, wünscht sich wohl jeder Verein in seinen Reihen. Doch in München ist man scheinbar auch an Robert Lewandowski dran. Vielleicht habe ich da ja eine zu liebe und zu altmodische Einstellung. Vielleicht ärgert mich diese Transferstrategie auch vorallem aus dem Grunde, dass ich für die Borussen aus Dortmund schon beinahe solange fane, wie für den FC Aarau. Aber ich kann es kaum schlucken, dass dies immer und wieder geschieht. Dieses Verhalten führt dazu, dass ich den Bayern absolut keinen Erfolg gönnen kann. Für mich ist und bleibt der FC Bayern München einer der unsympathischsten Vereine in Europa.

Aber eines ist gewiss: Wenn der BVB nächste Saison die Schale wieder nach Dortmund bringt, ist auch meine (Schaden-) Freude umso grösser…  Heja BVB – jetzt erst recht!

Aarau steigt auf!

Der FC Aarau steht souverän an der Tabellenspitze der Challenge League und da der einzige ernsthafte Verfolger aus Bellinzona gegen den Konkurs kämpft, sieht es stark nach dem Wiederaufstieg aus. Natürlich, mathematisch ist es noch nicht definitiv und Lugano hat vor wenigen Jahren einen ähnlichen Vorsprung in den letzten Runden noch verspielt. Doch René Weiler und seine Jungs machen für mich einen souveräneren, reiferen Eindruck, als dies bei den Luganesi damals der Fall war.

Leider gibt es in der Fussballschweiz aber einige Stimmen, die fordern, dass dem FCA der Aufstieg verwehrt werden sollte, weil er noch im Brügglifeld spielt.  Dass die Leute immer wieder auf dem Brügglifeld rumhacken müssen, kann ich nicht begreifen und halte ich für einen billigen Vorwand. In Aarau weiss man sehr wohl, dass das Stadion veraltet ist und ersetzt werden muss, dies muss nun wirklich nicht immer wieder erwähnt werden. Das Stadionprojekt ist weit voran geschritten und ich bin optimistisch – trotz den mühsamen Verzögerungen – dass bald darin gespielt wird. Als der FC Luzern während des Umbaus in der Gersag spielte, hatte deswegen auch kein Mensch die Ligatauglichkeit angezweifelt. Was ist nun der Unterschied zu Aarau? Das Brügglifeld ist nicht ein Ausweichstadion, sondern halt einfach noch das Alte, bis das Neue steht.

Natürlich ist die Infrastruktur nicht einfach egal, aber in erster Linie sollte immer noch der Sport als Massstab genommen werden, wer es verdient hat aufzusteigen. Und nicht wer die schöneren Klos hat. Es wäre ein falsches Signal, wenn eine Mannschaft dafür bestraft würde, dass die Politik und – vorallem dieser elende Verhinderer-Club der Schweiz (VCS) – alles daran setzen, um ein gutes Projekt möglichst lange zu blockieren, nur weil es ihnen nicht in den Kram passt.

All jene, welche fordern, dass Aarau der Aufstieg verwehrt werden sollte, haben – meiner Meinung nach – keinen Sinn für den Sport oder einfach Angst, dass ihr Klub nächste Saison alt aussehen könnte gegen Aarau! Oder was wünschen sich denn diese Leute? Eine langweilige, geschlossene Liga ohne Ab- und Aufsteiger?