Gehören Bilder der Kinder ins Facebook?

Diese Frage wurde schon oft diskutiert und auch ich wurde schon öfters gefragt, ob ich mir darüber eigentlich Gedanken mache.

Ja, ich mache mir darüber Gedanken, keine Frage. Ich habe schon Leute darüber diskutieren hören, dass es sie nervt, wenn Eltern Bilder ihrer Kinder posten. Mit dieser Haltung habe ich ehrlich gesagt ziemlich Mühe. Natürlich, niemand muss sich an Bildern von fremden Kindern erfreuen, ganz und gar nicht. Aber dann scrolle ich doch einfach weiter, wieso kann man sich daran nerven? Bei all der Flut, welche tagtäglich im Facebook gepostet wird, ist es doch eine schöne Abwechslung, wenn lachende und fröhliche Kinder zu sehen sind. Soviel Negatives wird im Internet gepostet, da schadet es doch nicht, wenn hie und da glückliche Kinder das Leben auflockern, menschlicher machen und zeigen, dass längst nicht alles schlecht ist auf dieser Welt.

Natürlich sollten Eltern unbedingt darauf achten, was für Bilder gepostet werden. Leider gibt es da draussen ja kranke Vollidioten, die man mit schlecht gewählten Fotos füttert – und das sollte natürlich nicht das Ziel sein.

GC wohl zu unreif für den Titel

Ich habe in den letzten Wochen immer darauf gehofft, dass GC am Ende vor Basel stehen wird. Nicht weil ich GC mag, sondern einfach nur deswegen, weil ich Meisterschaften nicht gerne habe, bei denen immer dieselbe Mannschaft am Ende zuoberst steht. Bis heute hatte ich durchaus noch Hoffnung, dass es die Zürcher schaffen werden. Basel tanzt auf drei Hochzeiten, dies raubt Kraft. Doch heute habe ich davon gelesen, dass GC und Adrian Fetscherin extrem viel Energie in einen unnötigen Nebenschauplatz verschwenden – und dies nicht zum ersten Mal.

Der Goalie Roman Bürki wurde nachträglich wegen einer Unsportlichkeit mit drei Spielsperren bestraft. Zuvor hatte SRF-Mann Sascha Ruefer im Sportpanorama genau so eine Konsequenz gefordert und auch der Blick nahm diese Geschichte natürlich gerne auf. Ich bin auch überzeugt, dass der Blick in seinen Artikeln über dieses Thema massiv übertrieben hat – so wie es dieses Blatt eben immer macht. Selbst Schuld, wer diese Zeitung ernst nimmt…

Dass Journalisten (besonders die vom Blick) gerne alles in ein anderes Licht stellen ist nichts neues. Die Reaktion von GC und Adrian Fetscherin ist meines Erachtens sehr unprofessionell. Beim GCZ sollte man sich auf das Wesentlich konzentrieren, und ehrlich eingestehen, dass 3 Spielsperren durchaus angebracht sind. Ja, Roman Bürki hat Pajtim Kasami an der Schulter nur gestreift, es hätte aber genau so gut passieren können, dass der Schuh mitten im Gesicht gelandet wäre. Das Ganze ist sicherlich aus der Emotion passiert, darf aber eigentlich nicht passieren. Man kann nicht immer Fairness anpreisen und dann solch eine Aktion vertuschen wollen. Ruefer hat seine ehrliche Meinung gesagt und das darf er, mit Rufschädigung hat das nun wirklich nichts zu tun. Schliesslich konnte sich jeder Zuschauer zuvor selbst eine Meinung bilden, beim Betrachten der TV-Bilder.

Ich habe dieses Sportpanorama gesehen und hatte nicht den Eindruck, dass Sascha Ruefer falsch handelt. Im Fussball spricht man über etliche Szenen und da werden Meinungen ausgetauscht. Wer damit nicht umgehen kann, sollte vielleicht den Fernsehkonsum generell überdenken.

Wenn die Grasshoppers noch Chancen auf den Titel haben wollen, sollten sie nicht mit solchen Nebengeschichten Unruhe ins Team bringen. Übrigens dürfte es für den Ersatztorhüter Taini nicht sehr motivierend sein, wenn man nun von Wettbewerbsverzerrung spricht, weil der Stammtorhüter fehlt…

Echte FAKTEN zur Gewalt an Fussballspielen

Ein häufiges Thema in den Medien ist die Gewalt an und um Fussballspiele. Die Medien schreiben und übertreiben sehr gerne über dieses Thema und der Leser glaubt leider zu oft alles was ihm unter die Nase gerieben wird. Der „Beobachter“ hat nun einen Beitrag veröffentlicht mit echten Fakten, welche klar aufzeigen, wie sich die Medien gerne alles so zurecht legen, wie es ihnen passt. Hier der Artikel:

Gewaltig übertrieben

Es gebe immer mehr randalierende Sportfans, behauptet das Bundesamt für Polizei. Die fragwürdigen
 Zahlen verschaffen Politikern die Legitimation, schärfere Massnahmen durchzusetzen.

Ende Januar waren 1294 Personen in der Datenbank Hoogan erfasst. Vor einem Jahr waren es 1210 gewesen, vor zwei Jahren gar nur 1110 Personen. Gespeichert wird, wer sich im Umfeld von Sportveranstaltungen gewalttätig verhält. Die Medien kamen flink zum Schluss: Es gibt mehr Chaoten und mehr Gewalt.

Wer sich genauer mit der sogenannten Hooligan-Datenbank beschäftigt, stellt fest: Die Zahl der tatsächlichen Gewalttäter ist weit kleiner als 1294. Voraussetzung für die Regis­trierung ist eine auferlegte Massnahme wegen Gewalt im Umfeld von Sportveranstal­tungen, etwa ein Rayon- oder Stadionverbot.

Ist die Massnahme abgelaufen, bleibt die Person weitere drei Jahre gespeichert. Wird ein Name also wegen eines dreijährigen Stadionverbots ins Hoogan getippt, bleibt er sechs Jahre gespeichert. So kommt es, dass von den 1294 registrierten «Gewalttätern» bloss 519 aktuell mit Massnahmen belegt sind, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) auf Anfrage des Beobachters sagt.

LÖSCHUNG IST NICHT EINFACH

Doch auch 519 entspricht nicht der Anzahl gewalttätiger Sportfans in der Schweiz. «Regel­mässig werden Unschuldige in der Datenbank gespeichert», sagt Anwältin Manuela Schiller, die oft Fans vertritt. Das verfälscht die Statistik.

Schiller erinnert sich an einen Fall, der exemplarisch für viele weitere stehe: Nach der Rückkehr von einem Spiel in Luzern gingen rund 100 Fans des FC Zürich gemeinsam zum Fanlokal im Zürcher Kreis 3. Auf dem Weg versprayten mehrere von ­ihnen Fassaden. Die Polizei kesselte eine grosse Zahl von Fans ein, erteilte ihnen ein Rayonverbot wegen Landfriedensbruch und einen Eintrag in Hoogan. Schiller vertrat 27 Erfasste im Rekursverfahren. Die Verbote wurden in erster Instanz bestätigt. 20 Leute konnten es sich finanziell nicht leisten, das Verwaltungsgericht anzurufen. Dass dieses die Rayonverbote nach einer Beschwerde aufhob, kam also nur sieben Fans zugute. «Die restlichen 20 Leute sind zu Unrecht in Hoogan», sagt Schiller.

Ein Freispruch in einem Strafverfahren führt zudem nicht zwingend zu einer Löschung des Eintrags. Auf eine entsprechende Anfrage von Schiller antwortete das Fedpol, dass Namen insbesondere dann nicht gelöscht würden, wenn ein Freispruch wegen «strafrechtlicher Besonderheiten» erfolgt sei, etwa beim Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten». Zudem teilten die Gerichte die meisten Freisprüche dem Fedpol gar nicht mit. Der Betroffene müsste also selber aktiv werden. Weil Rayon- oder Stadionverbote bis zu einem strafrechtlichen Freispruch aber ohnehin meist abgelaufen sind, sparen sich viele diesen Aufwand.

KEINER GILT ALS UNSCHULDIG

Die Hürde für einen Hoogan-Eintrag ist tief. Für ein Rayon- oder Stadionverbot reicht eine «glaubwürdige Aussage», sei es durch Polizei, Sicherheitspersonal oder Sportvereine. Was das heisst, zeigt ein anderer Fall, den Anwältin Schiller vor rund drei Wochen vor dem Kreisgericht St. Gallen verhandelte: Ein 18-jähriger Fan des FC Basel wurde im August 2012 in der St. Galler AFG-Arena verhaftet. Ein Securitas-Mitarbeiter behauptete, bei der Eingangskontrolle von ihm getreten worden zu sein. Der junge Fan beteuerte von Anfang an seine Unschuld und verwies auf die Videoaufnahmen. Dennoch verbrachte er zwei Tage in Untersuchungshaft und bekam neben dem Strafbefehl ein Stadion- sowie Rayonverbot und einen Hoogan-Eintrag. Im Rekursverfahren tauchte neues Videomaterial auf, das zeigte: Der Fan hatte die Wahrheit gesagt, der Securitas-Mann war zur fraglichen Zeit nicht in der Nähe des 18-Jährigen gewesen.

Geht es um einen Hoogan-Eintrag, gilt die Unschuldsvermutung nicht. Neben dieser Umkehr der Beweislast ist auch problematisch, dass Einträge bereits wegen Bagatelldelikten erfolgen. Ein Blick auf die Zahlen der letzten Jahre, die dem Beobachter vorliegen, zeigt, welche Delikte wie viele Massnahmen nach sich zogen: 13 Massnahmen laufen wegen Beschimpfung, 53 wegen Tätlichkeiten, 23 wegen Verstoss gegen das Vermummungsverbot, 27 wegen Hinderung einer Amtshandlung – wobei gegen eine Person wegen eines Delikts mehrere Massnahmen verfügt werden können. «Solche Delikte rechtfertigen keinen Eintrag in eine Datenbank für Gewalttäter», sagt Schiller. 259 Massnahmen wurden wegen des Besitzes oder des Einsatzes von Feuerwerk verfügt, und 211 aktuell laufende Massnahmen bestehen wegen Landfriedensbruch, des Tatbestands bei Massenverhaftungen.

Interessant: Die Anzahl der Delikte mit physischer Gewalt, also Körperverletzung oder Gefährdung des Lebens, bewegen sich im tiefen zweistelligen Bereich und sind im Vergleich zu vor zwei Jahren praktisch unverändert geblieben – bei steigenden Zuschauerzahlen. Deutlich weniger Massnahmen sind wegen Sachbeschädigung und wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte ausgesprochen worden.

Der Beobachter hat die Polizeistellen in den grösseren Städten zur Entwicklung der Gewalt befragt. Lediglich Bern und St. Gallen lieferten konkrete Zahlen: In Bern kam es 2012 zu acht Einsätzen. 2011 waren es elf gewesen. Das seien bloss die Vorfälle rund ums Stadion, bei denen die Polizei eingegriffen habe, präzisiert Mediensprecherin Corinne Müller. In St. Gallen zählte die Polizei in der Saison 2010/2011 einen Zwischenfall, als ein Thun-Fan einen Polizisten tätlich angriff. Nach dem Abstieg des FC St. Gallen ein Jahr später nochmals einen. In der laufenden Saison wurden drei Zwischenfälle gezählt, bei denen Fans und Sicherheitsdienst oder Polizei aneinandergerieten. Videoauswertungen würden aber nicht in die Statistik einfliessen, relativiert auch die St. Galler Polizei die Bedeutung der Zahlen.

Aussagekräftigere Zahlen hat die Swiss Football League. Inspektoren erheben bei jedem Spiel Vorfälle im Stadion, auch zu Gewalt. In der Saison 2009/2010 wurden 16 Gewaltdelikte gezählt. Seither bewegt sich die Zahl im einstelligen Bereich. Zur Halbzeit der laufenden Saison waren Ausschreitungen im Eingangsbereich anlässlich des Spiels St. Gallen gegen Basel der einzige Zwischenfall.

KÜNFTIG MINDESTENS EIN JAHR RAYONVERBOT

Offenbar nimmt die Gewalt an Sportveranstaltungen nicht zu. Dennoch diskutieren Politiker vieler Kantone die Verschärfung des «Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen». In einigen Kantonen ist die forschere Gangart beschlossene Sache. Eine kaum diskutierte Änderung: Die Dauer des Rayonverbots beträgt neu mindestens ein Jahr und maximal drei Jahre statt wie bisher ein Jahr. So bleibt der Eintrag in Hoogan länger bestehen, die Zahl der vermeintlichen Chaoten steigt weiter. Und das Tor zu noch härteren Massnahmen steht – ohne Zunahme von Gewalt – weit offen.

Quelle: beobachter.ch

Verwerflich, dass Fussballer ALV Gelder erhalten?

Der Medienwald hat ein Thema aufgegabelt, welches das Volk empört. Einige Challenge League Vereine haben Spieler unter Vertrag, welche zusätzlich zu ihrem Lohn, auch noch Geld von der ALV erhalten. Verständlich, dass dies auf den ersten Blick eigenartig tönt. Doch wer urteilt, sollte vorher näher hinschauen und nicht einfach auf sensationsgeile Medien hören.

Tatsache ist, dass diese Spieler bei Super Ligisten gespielt haben und dann nicht mehr erwünscht waren. Auch sonst erhielten sie offensichtlich keine Angebote mehr aus der Super League. Challenge Ligisten waren allerdings sehr interessiert, hätten aber niemals den Lohn bezahlen können, den diese Spieler vorher erhalten hatten. So machten sie dem Spieler ein Angebot mit deutlich schlechteren Konditionen, als es sich diese Spieler gewohnt waren. Da aber keine besseren Angebote vorlagen, entschieden sie sich darauf einzugehen und gleichzeitig um einen Ausgleich durch die ALV zu bitten, wie dies jeder ehemalige Arbeitslose tun kann, wenn er deutlich weniger verdient, als er es sich vorher gewohnt war.

Verdiene ich zum Beispiel Fr. 8’000.- im Monat gewöhne ich mich an einen höheren Standard und erhalte demzufolge wohl auch höhere Rechnungen monatlich, als ein Arbeiter, der 4’000.- Lohn erhält. Werde ich nun arbeitslos und finde eine Stelle, bei der ich nur noch die Hälfte verdiene, bleiben meine Rechnungen natürlich gleich hoch. Ich kann ja nicht von heute auf morgen mein Leben komplett auf den Kopf stellen. Trotzdem nehme ich die Stelle an und die ALV bezahlt mir einen Ausgleich, damit ich überhaupt durchkommen kann. Dies wird mir natürlich nicht ewig so gestattet, doch habe ich nun die Möglichkeit weiter nach einem höher bezahlten Job zu suchen oder meine Auslagen so zu reduzieren, so dass ich auch mit dem tieferen Lohn leben kann. In dieser Zeit wird die ALV entlastet, da sie mir wesentlich weniger bezahlen muss. Leider sehen aber viele einfach, dass einer Fr. 4000.- Lohn und zusätzlich noch Fr. 3000.- Ausgleich durch die ALV erhält. Die Empörung ist dann gross, da die Hintergründe gar nicht berücksichtigt werden.

So ist es doch auch beim aktuellen Fall im Fussball, wobei in diesem Bereich die Menschen erst recht sensibilisiert sind. Fussballer, welche ihr Hobby zum Beruf haben verdienen auch noch einiges mehr als der Durchschnitts-Arbeitnehmer. Auch da sehen viele einfach den hohen Lohn dieser Spieler, ohne sich weitere Gedanken zu machen. Ein Fussballer kann seinen Beruf meistens höchstens bis zum 35. Lebensjahr ausüben. Danach muss er sich neu orientieren. Weiter gibt es nur wenige Stellen, als Profifussballer. Das Risiko ist also sehr hoch und auch der Druck ist sehr hoch. Fehler werden oftmals in den Medien der ganzen Schweiz thematisiert. Auf vieles müssen die Fussballer zudem verzichten und über geschätzte 15 Jahre ist grosse Disziplin gefordert. Unter all diesen Umständen ist es doch legitim, dass ein Fussballer mehr verdient. Löhne in Millionenhöhe sind da natürlich nicht gemeint, ganz klar. Diese Summen kann auch ich nicht verstehen.

Davide Callà vom FC Aarau ist einer dieser Spieler, welche neben dem Lohn auch noch einen Ausgleich durch die ALV beziehen. Er hat vom FC Aarau die Chance erhalten, sich für einen Super Ligisten zu empfehlen. Dass der FCA keinen Super League Lohn bezahlen kann, versteht sich von selbst. Aber immerhin muss die ALV wesentlich weniger bezahlen, als wenn Callà gar keinen Job hätte. Zudem wäre die Chance, dass er bald wieder mehr verdienen wird vernichtend klein, wenn er sich nirgends beweisen kann.

Wieso also soll daran irgendetwas verwerflich sein? Schliesslich hat Callà in seinem Leben schon eine Menge in die ALV einbezahlt und hat unbestritten das Recht, in dieser Situation davon Gebrauch zu machen. Meiner Meinung nach ist dies eine klare Win-Win Situation. Aarau kann sich preiswert einen vermutlich starken Spieler leisten, welcher gleichzeitig die Chance erhält, sich für einen Vertrag bei einem Super Ligisten zu empfehlen und dabei wird auch noch die ALV massiv entlastet. Wenn jemandem dieses System allerdings nicht passt, dann ist es doch nicht korrekt, dass man Fussballer oder sogar Vereine dafür kritisiert. Weder der Spieler, noch der Verein machen hier etwas verbotenes. Wenn Groll angebracht ist, dann am ehesten gegen die Politik und sicher nicht gegen Spieler oder Fussballvereine. Schliesslich ist das System in der Schweiz so eingerichtet worden und da ist kaum der zu kritisieren, der es nutzt.

Nächstes Kapitel in der Fanhetze

Es ist wieder soweit, die nächsten Hirngespinste, um die Gewalt in Sportstadien zu bekämpfen, wurden veröffentlicht. So schreibt heute der Blick und diverse andere Blätter im Schweizer Medienwald: „Ab Saison 2013 ist Alkohol an Risikospielen im Schweizer Fussball und Eishockey verboten. Wer ein Spiel im Gästesektor verfolgen will, muss künftig im Fanzug anreisen.“ und es geht noch weiter: „Das gilt auch für Familien mit Kindern.“

Da behandelt man die Fans also jahrelang als Schwerverbrecher, will jetzt aber genau zu diesen „Hooligans“ Familien mit Kindern schicken. Der Widerspruch könnte grösser nicht sein. Gibt man hier etwa zu, dass diese Fans eigentlich doch gar nicht so böse sind, wie man dies über die Medien immer wieder glauben lassen möchte, oder ist man so fahrlässig, die Sicherheit von Familien und Kindern zu gefährden? Beides wäre skandalös!

Ich will ja überhaupt nichts verharmlosen. Mich nervt es jedes Mal gewaltig, wenn sich wieder Fangruppen ausserhalb (!) eines Stadions die Köpfe einschlagen müssen und so den Medien neues Futter liefern. Mein Gott, wäre ich in Luzern geboren und aufgewachsen, wäre ich höchst wahrscheinlich Luzern Fan. So ist es ja auch richtig, schliesslich soll jeder sein lokales Team unterstützen. Jemanden verprügeln, weil er die Farben des Gegners trägt, ist absolut lächerlich. Emotionen gehören dazu, aber nach dem Spiel sollte man doch trotzdem normal miteinander umgehen können. Sind Diskussionen mit gegnerischen Fans nicht gerade die Spannendsten? Sie geben einem doch eine ganz andere Sicht.

Die Realität sieht anders aus, aber indem man nun allen das traditionelle Bier nimmt und dazu auch noch alle in denselben Zug steckt, löst man doch keine Probleme. Gewalt mit Gegengewalt bekämpfen schürt doch nur neue Aggressionen. Dies ist doch längst keine Weisheit mehr. Aber vielleicht will man das ja genau so, schliesslich lässt sich eine Ausschreitung wesentlich besser verkaufen, als eine tolle Choreographie. Bestes Beispiel für kontraproduktive Berichterstattung lieferte kürzlich die Aargauer Zeitung, indem sie das in drei Wochen stattfindende Cupspiel zwischen Aarau und St.Gallen bereits als Hochrisikospiel verschrie. Solche Artikel sind reine Polemikmacherei und führen zu nichts positivem, ganz im Gegenteil. Dass man sich im Hintergrund auf dieses Spiel vorbereitet, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern, ist ja wohl ganz klar. Dazu braucht es keine Panikartikel der AZ. Und wäre es den Medien wirklich ein Anliegen, Gewalt vom Sport zu vertreiben, kämen sie noch nicht mal auf die Idee für solche Artikel.

Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie ich an ein Spiel zu reisen habe und das Bier gehört ganz einfach zu einem Fussballmatch dazu. Weiter habe ich keine Lust, meine Daten preis zu geben und unter Umständen ein Opfer der Willkür zu werden, weil vielleicht irgendwann mal ein Opfer benötigt wird.

Kommunikation, Zusammenarbeit und Fairness von allen Seiten (auch von den Fans!) würde wohl so ziemlich jedes Problem lösen. Aber dies wird wohl nie in Erwägung gezogen und für immer ein Traum bleiben. Mit solchen Auflagen wünsche ich dem FC Aarau den Aufstieg nicht, so macht es nämlich absolut keinen Spass mehr!