FC Aarau Saison 2013/14

letztes Update: 07.07.2013

Trainer: René Weiler

Zuzüge: Alexander Gonzalez (YB/leihweise, Verteidigung)), Swen König (AC Bellinzona, Tor),  Bruno Martignoni (FC Locarno, Verteidigung), Otele Mouangue (Wil/leihweise, Sturm), Christopher Teichmann (Team Aargau u-18, Mittelfeld), Linus Hallenius (Genua, Sturm)

Abgänge: Roman Buess (FC Basel), Predrag Pribanovic (Ziel unbekannt), Silvan Widmer (Udinese Calcio)

Gerüchte: Xavier Laglais Kouassi (Servette, Mittelfeld), Armando Sadiku (Lugano, Sturm), Marjo Morina (20, KF Tirana, Sturm), Alessandro Ciarrocci (Sturm, AC Bellinzona), Adis Jahovic (FCZ/Wil, Sturm), Vincenzo Rennella (24, FC Genua, Sturm), Darko Jevtic (FC Basel, Mittelfeld)

Vorbereitungsprogramm:

17. Juni: Trainingsstart
19. Juni: YB – Aarau 1:2
22. Juni: Wohlen – Aarau 0:3
25. – 29. Juni: Trainingslager in Lenzkirch (De)
29. Juni: Schötz – Aarau 0:6
02. Juli: Aarau – Wil 8:0
6. Juli: Aarau – Baden 8:0

Kader

Vorname Name Jahrgang Position Vertrag bis
Joel Mall 1991 TW 30.06.2014
Swen König 1985 TW 30.06.2015
Jiri Koubsky 1982 IV 30.06.2014
Olivier Jäckle 1993 IV 30.06.2016
Juan-Pablo Garat 1983 IV 30.06.2014
Igor Nganga 1987 AV 30.06.2014
Alexander Gonzalez 1992 AV 30.06.2014
Bruno Martignoni 1992 AV 30.06.2016
Sandro Burki 1985 ZDM 30.06.2015
Artur Ionita 1990 ZDM 30.06.2014
Sven Lüscher 1984 RM 30.06.2015
Daniele Romano 1993 RM 30.06.2015
Christopher Teichmann 1995 Mittelfeld ?
David Marazzi 1984 LM 30.06.2014
Sandro Foschini 1988 LM/LV 30.06.2014
Davide Callà 1984 LM 30.06.2015
Alain Schultz 1983 ZOM 30.06.2014
Remo Staubli 1988 Mittelfeld 30.06.2015
Dante Senger 1983 ST 30.06.2014
Otele Mouangue 1989 ST 30.06.2014
Linus Hallenius 1989 ST 30.06.2014

 

AARAUFSTIEG 2013

aaraufsteiger.jpg

Wir schreiben Samstag, den 25.05.2013. Der FC Aarau spielt zu Hause gegen den FC Chiasso. Nach 14 Minuten führen die Aarauer mit 1:0. Das Spiel ist kein Highlight. Auf den Rängen weiss man, dass der Aufstieg bei einem Sieg des FCA perfekt ist, sofern die AC Bellinzona im Spiel gegen den FC Wohlen nicht gewinnt. Die Stimmung im Brügglifeld ist irgendwie anders, als sonst. Die Fans sind angespannt, scheinen auf das kleine Wunder des Aussenseiters Wohlen zu hoffen, damit der Aufstieg sportlich, und nicht am grünen Tisch, entschieden werden kann. So ist – nach dem Tor von Lüscher im Brügglifeld – der Ausgleich zum 1:1 des FC Wohlen die grösste Aufregung in der ersten Halbzeit.

Die zweite Halbzeit ist ähnlich, wie es die erste war. In Aarau plätschert das Spiel vor sich hin. Wir schauen in erster Linie auf Birrers Handy. Er hat da den äusserst aktuellen Liveticker seines Wettanbieters stets unter Kontrolle. Ich schaue einmal etwas intensiver auf sein Handy und erlebe genau zu diesem Zeitpunkt das 2:1 der AC Bellinzona. In der Folge gibt es oftmals einen „gefährlichen Angriff FC Wohlen“, doch Tore fallen keine.

In Aarau ist das Spiel mittlerweile zu Ende. Die Mannschaft hat sich bedankt, ich erkundige mich bei Fäbu Birrer in welcher Minute das Spiel in Wohlen steht. Ich sehe, dass da bereits die 94. Minute läuft und glaube nicht mehr an eine Aufstiegsfeier. Gedanklich bin ich bereits beim BVB, der am heutigen Abend noch den Champions League Final gegen den FC Bayern München austrägt.

Doch plötzlich schreit der Birrer wie am Spiess. Ich schaue zu ihm rüber und sehe, dass er seinen Arm in die Höhe streckt und voller Leidenschaft seine pure Freude aus seinem Leib schreit. Erst frage ich Trottel noch, was denn los sei, bis ich endlich schnalle, dass dieser Schrei nur eines bedeuten kann. Der Funke von Fäbu springt schnell auf die anderen Fans rüber und die Spieler schauen mit fragenden Blicken zu uns. Ehe ich mich versehe, stehen schon die ersten Fans auf dem Feld, obschon das Spiel in Bellinzona noch nicht abgepfiffen wurde. Daran denke ich aber in diesem Moment keine Sekunde. Ich kenne nur noch ein Ziel und renne an die Bande. Über die Bande zu springen wäre grundsätzlich ja keine grosse Sache, doch wenn etliche Fans von hinten drücken, wird es für gewisse Körperstellen heikel…

Ich schaffe es aber trotzdem und renne voller Euphorie und mit Tränen in den Augen über den heiligen Brügglifeldrasen. Es dauert nicht lange und der Stadionspeaker bestätigt das 2:2 Schlussresultat in Bellinzona. Nun brechen auch noch die restlichen Dämme, welche die erste Gefühlsflut noch überstanden haben. Spieler und Fans feiern gemeinsam auf dem Platz den Aufstieg. Die Spieler präsentieren ihre „Aaraufsteigerjungs“ Shirt. So feiert man eben in Aarau. Wir sind kein 0815 Verein, wir suchen immer das Spezielle. So waren wir der „FC Wunder“, so waren wir die „Unabsteigbaren“ und so sind wir jetzt eben die „Aaraufsteigerjungs“. Aarau ist kult und mischt die Super League nächste Saison mit dem altehrwürdigen Stadion Brügglifeld auf. Eben so, wie es niemand anderes macht.

Weiter gehen die Feierlichkeiten – nach dem Marsch über die Bahnhofstrasse – auf dem FCA Festplatz Aargauerplatz in der Stadt. Auch hier ist es wohl nicht so, wie an anderen Orten. Der Verkehr rollt normal weiter – oder genauer gesagt – würde normal weiter rollen, wären da nicht hunderte Aarau Fans…

Später treffen auch die Spieler am Aargauerplatz ein und beweisen ein ums andere Mal, dass sie unsere Fanlieder mehr oder weniger gut kennen. Toll, wie sie ausgelassen feiern und lange selbst ein Lied nach dem anderen anstimmen. An diesem Abend läuft es mir immer und immer wieder kalt den Rücken hinunter.

Ich habe schon oft solche Feiern am TV oder im Internet gesehen. Auch einige Ligaerhaltsfeiern habe ich ja in meinen 19 Saisons bisher miterlebt. Aber diese inoffizielle, spontane Aufstiegsfeier hat alles bisher dagewesene um Längen zu toppen gewusst. Was für ein tolles Gefühl die Liebe, die Verwurzelung bei sovielen Menschen, für den Klub mit dem Adler im Wappen, zu spüren.

Und das war erst der Anfang der Aarauer Feierlichkeiten! Am Sonntag steht mit dem Derby im heimischen Brügglifeld das letzte Challenge League Spiel auf dem Programm. Aargauer Derby, Pokalübergabe, Meisterfeier – wer da nicht dabei ist, ist selber Schuld!

DANKE AARAU für diese grandiose Saison!

@Aarau und BVB: Bringt mich heute um den Verstand!!!

Der heutige Samstag könnte zum grössten Fussballtag meines Lebens werden. Erst spielt der FC Aarau gegen Chiasso. Holt der FCA heute mehr Punkte, als Bellinzona gegen Wohlen, dann steigt er sportlich und definitiv in die Nationalliga A auf. Einer spontanen Aufstiegsfeier stünde so nichts mehr im Wege und das Ganze drumherum, wieviele Punkte die Tessiner denn eigentlich genau haben, hätte endlich ein Ende.

Dass die Liga dem Treiben in Bellinzona gemütlich zuschaut und Rekurse halt einfach nicht behandelt und so alle in einer unglaublichen Ungewissheit leben müssen, kann ich kaum fassen. Wenn die SFL das Aufstiegsrennen künstlich erhalten möchte und Aarau sportlich aufsteigen lassen will, dann soll sie es gefälligst klar und unmissverständlich so kommunizieren. Ein Horrorszenario, wenn nächste Woche plötzlich eine Medienmitteilung eintrifft, in welcher die Rekurse abgewiesen werden. In diesem Falle wäre Aarau nämlich aufgestiegen. Fans und Mannschaft würden also per Internet erfahren, dass der Aufstieg nun Tatsache ist. Sprich: Aarau würde um eine spontane Aufstiegsfeier nach einem Spiel gebracht. Na ja, soweit ist es ja noch nicht.

Nach dem Spiel gegen Chiasso spielt Borussia Dortmund im Champions League Finale in London gegen Bayern München. Steigt Aarau also sportlich auf heute, stehe ich vor einem grossen Clinch. Aufstiegsfeier während die Borussia das Spiel der Spiele bereitet. Das nennt man wohl Luxusproblem, aber sowas von!

Es besteht also die Möglichkeit, dass ich heute einerseits den Aufstieg des FC Aarau und andererseits den Champions League Sieg des BVB zu feiern habe. Trotz Interessenkonflikt und der Gefahr eines Glücksgefühl-Überschusses hoffe ich sehr darauf! 🙂

Hopp Aarau! Heja BVB!

trikots

Aarau steigt auf!

Der FC Aarau steht souverän an der Tabellenspitze der Challenge League und da der einzige ernsthafte Verfolger aus Bellinzona gegen den Konkurs kämpft, sieht es stark nach dem Wiederaufstieg aus. Natürlich, mathematisch ist es noch nicht definitiv und Lugano hat vor wenigen Jahren einen ähnlichen Vorsprung in den letzten Runden noch verspielt. Doch René Weiler und seine Jungs machen für mich einen souveräneren, reiferen Eindruck, als dies bei den Luganesi damals der Fall war.

Leider gibt es in der Fussballschweiz aber einige Stimmen, die fordern, dass dem FCA der Aufstieg verwehrt werden sollte, weil er noch im Brügglifeld spielt.  Dass die Leute immer wieder auf dem Brügglifeld rumhacken müssen, kann ich nicht begreifen und halte ich für einen billigen Vorwand. In Aarau weiss man sehr wohl, dass das Stadion veraltet ist und ersetzt werden muss, dies muss nun wirklich nicht immer wieder erwähnt werden. Das Stadionprojekt ist weit voran geschritten und ich bin optimistisch – trotz den mühsamen Verzögerungen – dass bald darin gespielt wird. Als der FC Luzern während des Umbaus in der Gersag spielte, hatte deswegen auch kein Mensch die Ligatauglichkeit angezweifelt. Was ist nun der Unterschied zu Aarau? Das Brügglifeld ist nicht ein Ausweichstadion, sondern halt einfach noch das Alte, bis das Neue steht.

Natürlich ist die Infrastruktur nicht einfach egal, aber in erster Linie sollte immer noch der Sport als Massstab genommen werden, wer es verdient hat aufzusteigen. Und nicht wer die schöneren Klos hat. Es wäre ein falsches Signal, wenn eine Mannschaft dafür bestraft würde, dass die Politik und – vorallem dieser elende Verhinderer-Club der Schweiz (VCS) – alles daran setzen, um ein gutes Projekt möglichst lange zu blockieren, nur weil es ihnen nicht in den Kram passt.

All jene, welche fordern, dass Aarau der Aufstieg verwehrt werden sollte, haben – meiner Meinung nach – keinen Sinn für den Sport oder einfach Angst, dass ihr Klub nächste Saison alt aussehen könnte gegen Aarau! Oder was wünschen sich denn diese Leute? Eine langweilige, geschlossene Liga ohne Ab- und Aufsteiger?

Die Scheinheiligkeit des VCS

Der Bau eines Fussballstadions ist DAS leidige Thema in Aarau schlechthin. Seit gefühlten 100 Jahren versucht man ein Projekt zu realisieren, das allen – egal ob beteiligt oder unbeteiligt – passt. Unzählige Leute haben sich bei dieser Diskussion schon eingebracht, oftmals wohl einfach, weil dies halt ein Projekt des öffentlichen Interesses ist und so der eigene Name wieder einmal erscheint. Es wäre die Überraschung des Jahrhunderts gewesen, wenn sich da der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) nicht auch noch gemeldet hätte. Argumente für Einsprachen lassen sich schliesslich immer finden.

Wie immer sind Parkplätze für den VCS ein Dorn im Auge. Wahrscheinlich denkt man sich, wenn es keine Parkplätze geben würde, gäbe es auch keine Autos. Ich finde es gut und wichtig, dass man sich Gedanken über die Umwelt macht, keine Frage. Aber zu wenige Parkplätze haben doch meistens Staus und Wartezeiten zur Folge, welche der Umwelt auch nicht unbedingt einen Gefallen tun. Ich verstehe also dieses ewige Parkplatzgenörgel ehrlich gesagt keineswegs. Es muss doch andere Ansätze geben, den Menschen die ÖV’s nahezulegen. Tiefere Preise beispielsweise. Wobei die Züge ja jetzt schon masslos überfüllt sind. Die Probleme würden sich meines Erachtens einfach verschieben und nicht lösen.

Weiter scheint der VCS sogar über den Verkehr hinaus zu denken. Denn plötzlich interessiert man sich für die Umsätze der Kinos in der Altstadt. Die geplanten Kinos im Stadionkomplex sind dem Verkehrsclub nämlich ebenfalls ein Dorn im Auge. Der zu erwartende Mehrverkehr wird natürlich als Störfaktor genannt, aber erstaunlicherweise stört die Herren vom VCS auch noch die neue Konkurrenz der bestehenden Aarauer Kinos.

Die Kinos in der Altstadt sind allerdings weiter entfernt vom Bahnhof und werden wohl eher mit dem Auto aufgesucht. So sollte sich der VCS doch eigentlich eher daran erfreuen, wenn sich die Kinobesuche näher an den Bahnhof verlagern würden. Also, was genau möchte der Verkehrsclub denn jetzt, rentable Kinos in der Altstadt, welche mit dem Auto besucht werden oder Kinos am Bahnhof, welche wesentlich besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind?

Es kann doch nicht sein, dass man aus Angst vor Konkurrenz alles Neue ablehnt! Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Kinobetreiber der Altstadt müssen sich eben ins Zeug legen und Ideen kreieren. Falls sie sich jedoch für das Jammern und dem „den anderen die Schuld in die Schuhe schieben“ entscheiden, werden sie tatsächlich unter gehen, sind aber selber schuld. Wenn in der Geschichte der Menschheit allen Ideen die Chance genommen worden wäre, nur um das bereits Bestehende zu schützen, würden wir heute wohl alle noch in einer Höhle leben und müssten unser Essen selbst besorgen. Zugegeben, dann hätten wir auch keine Verkehrsprobleme…