Öffnungszeiten sollen liberalisiert werden

Die Detailhändler fordern wieder einmal mehr, dass die Öffnungszeiten liberalisiert werden sollen. Das würde dann bedeuten, dass die Läden in der ganzen Schweiz von Montag bis Samstag von 06:00 Uhr bis 23:00 Uhr geöffnet haben dürften. Die Detailhändler glauben nämlich, dass vorallem deswegen soviele Schweizer im Ausland einkaufen gehen, weil da die Läden länger geöffnet haben.

Starker Franken ist das Problem

Der Bundesrat sollte endlich etwas gegen den starken Franken unternehmen, denn da liegt der Grund für den Einkaufstourismus. Stattdessen wollen die Detailhändler ihre Läden länger öffnen. Sie scheinen jedoch zu vergessen, dass der Kuchen nicht grösser wird. Der Kundenstrom würde sich einfach anders verteilen. Sprich die Einnahmen dürften nicht allzu sehr anwachsen, dafür entstehen mehr Ausgaben. Zudem hat dann das Verkaufspersonal nur noch miesere Arbeitszeiten als jetzt schon, denn die Herren, welche die Läden wohl am liebsten 24 Stunden offen sehen möchten, stehen nicht abends bis 23 Uhr im Laden für einen Hungerlohn. Zudem macht man mit einer solchen Liberalisierung die wenigen kleinen Läden auch noch ganz kaputt. Soll es denn wirklich nur noch Coop und Migros geben? Statt dass man kleine Detailisten unterstützt, welche auf jeden Franken angewiesen sind, unterstützt man zu allem Übel auch noch Aldi und Lidl.

Sonntag muss unantastbar bleiben

Weiter soll in Zukunft auch am Sonntag geöffnet werden. Wenn dies jedoch tatsächlich geschieht, hat das nicht nur Folgen für das Verkaufspersonal. Grosse Filialen müssen dann wohl auch Sonntags beliefert werden. Das bedeutet für Lastwagenchaffeure, dass sie genauso am Sonntag arbeiten müssen, wie die Disponenten in den Büros. So langsam würde der Sonntag also zu einem Arbeitstag verkommen. Vielleicht sollte sich der eine oder andere Befürworter auch mal darüber Gedanken machen.  Wetten, dass so ziemlich jeder Befürworter der Liberalisierung anderer Meinung wäre, wenn er selber plötzlich mit solchen Arbeitszeiten zu leben hätte? Sind wir denn heut zu Tage wirklich so Konsumgeil, dass wir rund um die Uhr die Möglichkeit haben müssen einkaufen zu gehen?

Es gibt doch immer noch etliche Tankstellenshops und Bahnhofsläden, welche den Hauptbedarf bei weitem abdecken. Zudem wusste das Verkaufspersonal bei der Bewerbung an solch einem Ort, was für Arbeitszeiten da herrschen. Werden diese Arbeitszeiten auf den gesamten Verkauf übertragen, müssen sich viele einfach damit abfinden, ob sie wollen oder nicht.

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