Nach Xamax sagt wohl auch Servette adieu…

Obwohl man ja schon seit längerer Zeit wusste, dass Servette Genf mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, kam die Nachricht überraschend. Servette Genf hat gestern die Bilanz deponiert. Der Konkursrichter muss nun entscheiden, ob das Konkursverfahren sofort eröffnet wird, oder ob die Genfer die Saison noch zu Ende spielen können. 

Der Schweizer Fussball erlebt mit dieser Saison wohl eine der schwärzesten in der Geschichte. Nach dem Theater mit Sion und dem folgenden Punkteabzug, dem Konkurs von Xamax und nun dem drohenden Konkurs von Servette, muss sich auch die Liga hinterfragen. Sind die Auflagen zu streng? Oder wieso flüchten die Klubs in die Arme zwiespältiger ausländischer Investoren? Weiter muss etwas unternommen werden, damit dies nicht immer wieder passieren kann. Schliesslich ist das jetzige Servette der Nachfolgeverein des 2005 bereits Konkurs gegangenen Servette Genf. Marc Roger gab sich damals als grossen Investor aus und hinterliess den Klub mit einem riesigen Schuldenberg. Massnahmen wie zum Beispiel die 50+1 Regel müssen nun geprüft werden.

FC Aarau: Saisonziel nun Aufstieg?

Falls Servette den Absturz tatsächlich nicht mehr verhindern kann, würde dies wohl bedeuten, dass in dieser Saison zwei Mannschaften direkt in die Super League aufsteigen. Der FC Aarau belegt zurzeit den vierten Rang, jedoch punktgleich mit dem zweitplatzierten Bellinzona, welches allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Die Chance aufzusteigen dürfte nun also so hoch sein, wie nie wieder. Nicht nur, dass zwei Mannschaften direkt aufsteigen, es gibt in dieser Saison auch noch einige vermeintliche Punktelieferanten. Ab nächster Saison spielen bekanntlich nur noch zehn Mannschaften in der Challenge League, dies macht die Liga natürlich anspruchsvoller und einen Aufstieg schwieriger.

Brügglifeld als Hinderniss

Allerdings stünde Aarau bei einem Aufstieg vor einem altbekannten Problem. Das altehrwürdige Brügglifeld ist zwar ein Traum eines jeden Fussballnostalgikers, aber ein Dorn im Auge der SFL. Diese fordert nämlich, dass ein Team, das in der Super League spielen will, entweder ein modernes Stadion besitzen muss, oder aber die Baubewilligung für ein neues Stadion in der Tasche hat. Dies hat Aarau jedoch frühstens Anfang 2013. Jedoch kann die SFL wohl hier nicht allzu streng sein, da neben St.Gallen kein Team diese Auflagen erfüllen kann. Oder will die Liga etwa mit neun Teams in die neue Saison starten?

FCA Super League tauglich?

Ein weiteres Problem bestünde wohl im Kader des FC Aarau. Der aktuelle Kader könnte nicht bestehen in der obersten Liga. Es müsste einiges investiert werden, um die Mannschaft Super League tauglich zu machen. Doch woher sollte plötzlich das Geld kommen? Ob die höheren TV Einnahmen, die steigenden Zuschauerzahlen und wachsenden Sponsorengelder ausreichen würden?
Das Finanzielle wäre jedoch bei einem Aufstieg immer eine grosse Hürde, dies sollte sicherlich kein Grund für Ausreden sein.

Ich habe ja schon öfters erwähnt, dass ich hin und her gerissen bin, was ein Aufstieg meiner Aarauer anbelangt. Plötzlich wieder um den Abstieg zu kämpfen, macht mich halt nicht richtig an. Doch die Garantie in der Challenge League oben mit zu spielen hat man natürlich auch nicht. Und es macht halt schon wesentlich mehr Spass in einem gut besuchten Brügglifeld mit Gästefans Fussball zu schauen, als vor zwei bis dreitausend Nasen und beinahe ohne Gästefans.

Also FCA, setze alles daran am Ende der Saison den zweiten Rang inne zu haben. So einfach wie in dieser Saison wird es wohl nie wieder aufzusteigen. Diese Gelegenheit sollte man unbedingt versuchen zu nutzen.

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