Kundenfreundlichkeit wird klein geschrieben!

 

Innerhalb zweier Tage musste ich mich dreimal wegen Verkäufern, oder Detailhandelsspezialisten/-assistenten oder wie man die heute auch immer nennt, aufregen. Ich habe Verkäufer gelernt, selbst sieben Jahre im Verkauf gearbeitet und ab morgen werde ich für ca. 1,5 Jahre wieder im Verkauf arbeiten. Deshalb bin ich natürlich sensibilisiert was Verkäufer angeht. Und wenn so krasse „No goes“ zum Vorschein kommen, dann wird es mir beinahe schlecht.

 

Tatorte 1 und 2: Donnerstag, 01.04.2011 18:30 Uhr Sunrise Center in Aarau

 

Wir brauchten für den Laptop ein Prepaid Internetabo und druckten am – völlig übertrieben grossen – Bildschirm unsere Nummer aus, um bedient zu werden. Zwei Kassen waren besetzt und ca. sechs Leute warteten bereits darauf bedient zu werden. Bald wurde uns klar, dass dies wohl noch eine Weile dauern würde. Also beschlossen wir, unser Glück in der MobileZone zu versuchen. Da angekommen, wurden wir nach nur kurzem Warten bedient, jedoch von einem Verkäufer, mit dem ich ebenfalls schon meine schlechten Erfahrungen gemacht habe. Na ja, Hauptsache wir kommen endlich zu unserem Abo. Wir erklärten ihm, was wir wollten und wie erwartet holte er seinen tollen Rechner hervor, um uns ein anderes, teureres Abo schmackhaft zu machen. Langsam genervt von dem unerwarteten steinigen Weg zu unserem Abo, sagte ich ihm, dass wir niemals soviel ins Internet gehen würden und dass wir das Prepaid-Abo möchten. Immerhin hatte er es nach dieser Ansage begriffen, bemerkte jedoch schnell, dass gar kein Prepaid-Abo mehr da war.

 

Also haben wir die MobileZone wieder verlassen und uns zurück in die Warteschlange im Sunrise Center gestellt. Da hat sich in der Zwischenzeit übrigens noch gar nichts neues ergeben. Doch dann endlich war der eine Verkäufer fertig mit seiner Beratung. Die Kunden verliessen das Geschäft, während die nächsten Kunden darauf warteten, ihre Nummer am Bildschirm zu lesen, um bedient zu werden. Leider tat sich lange nichts, als der Verkäufer plötzlich in Richtung Lagerräume lief. Unterwegs wurde er von einem Kunden gefragt, ob er denn schnell kommen könnte. Ich traute meinen eigenen Ohren nicht, als ich den Verkäufer hören sagte: Nei, sorry!. Völlig baff drehte sich der Kunde um und ging wieder zurück zum Handy, das er sich angeschaut hatte. Der Verkäufer hat dem Kunden die Bedienung verweigert!

 

Es ging allerdings noch weiter. Obwohl mittlerweilen um die sieben Kunden auf eine Bedienung warteten, zählte der hilfsbereite Verkäufer von eben das Geld seiner Kasse in aller Ruhe, verschwand im Büro und kam lange nicht mehr hervor. Erst als wir an der Reihe waren, sahen wir den Verkäufer wieder. In Privatkleidern und ein schönes Wochende wünschend verliess er den Laden. Okay, er hatte scheinbar früher Feierabend, als der Laden schliesst. Dass er da nicht gerne Überzeit macht, kann ich ja noch verstehen, aber einem Kunden die Bedienung verweigern, das geht und geht nicht in meinen Kopf rein. Zudem kann ich es nicht fassen, dass in einem Sunrise Center am Abendverkauf nur noch ein einziger Mitarbeiter eingeteilt ist. Wir mussten eine ganze Stunde warten, um an unser Abo zu kommen!

 

Tatort 3: Samstag, 02.04.2011 Colosseum Einkaufszentrum A1 in Oftringen 

 

Für den Kantiball am Abend suchten Melanie und ich noch Schmuck, der zu ihrem Kleid passt. Unter anderem besuchten wir dabei das Colosseum im Einkaufszentrum A1 in Oftringen. Da fanden wir auch sehr schöne Ohrringe für 40.- Franken. Im Auto angekommen, zog Melanie die Ohrringe an und merkte sofort, dass ihr diese Ohrringe viel zu schwer waren. Also gingen wir wieder zurück in den Laden und fragten, ob wir sie umtauschen können. Da hiess es, nur gegen Gutschein. Wir erklärten der Dame, dass wir in diesem Laden selten etwas einkaufen und deshalb nicht viel anfangen könnten mit Gutscheinen. Nach langem Verhandeln erreichten wir, dass sie ihrer Chefin telefonierte und nach einer Ausnahme fragte. Doch da schien absolut nichts zu machen zu sein. Melanie verlangte dann, dass sie ihr nochmals telefoniert, da sie mit ihr reden möchte. Doch die Chefin wollte partout nicht mit Melanie reden. Am Ende blieb uns nichts anderes übrig, als den Gutschein anzunehmen.

 

Ich weiss, dass immer mehr Geschäfte damit beginnen, Umtausch nur gegen Gutscheine anzunehmen. Aber diese Ohrringe waren fünf Minuten aus dem Laden. Die Verpackung war unbeschädigt und der Kassenbon noch vorhanden. Und die Chefin dieses Ladens war nicht einmal bereit, mit Melanie zu telefonieren. So haben zwei Kunden das Geschäft genervt und enttäuscht verlassen und werden keinen Fuss mehr in diesen Laden setzen. Und dass wir dieses Geschäft nicht weiterempfehlen werden, dürfte ebenso klar sein.


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