Gedanken zum aktuellen FC Aarau

Nach der 1:7 Schlappe in Biel habe ich mir viele Gedanken gemacht. Ich habe mich daran erinnert, wie ich als kleiner Junge vor dem Radio sass und mit voller Leidenschaft auf die nächste Einschaltung zum Spiel meines FC Aarau wartete. Kamen positive Nachrichten aus den Boxen, konnte ich mich nicht halten vor Freude, kamen negative Nachrichten, war eine kleine Welt zerstört, mein Tag vernichtet. Dann kam der 25. August 1993! Ich durfte zwei Tage nach meinem 7. Geburtstag endlich mit meinem Vater ins Brügglifeld gehen. Aarau spielte gegen Servette-Genf, was für mich damals natürlich sekundär war. Hauptsache ich musste nicht mehr vor dem Radio sitzen, sondern durfte meine Helden live vor Ort bewundern.
In den folgenden Jahren gab es kaum ein Heimspiel, an dem ich nicht anwesend war. Später kamen auch noch die Auswärtsspiele dazu. Der FC Aarau war meine grosse Leidenschaft und Thema Nummer 1! Gewann der FCA, war meine Woche gerettet, verlor der FCA, war die Woche bis zum nächsten Spiel gelaufen. So war es für mich auch ganz klar, dass sich das Thema für die Abschlussarbeit der Sekundarschule um den FC Aarau drehen musste. Dadurch entstand die Fanpage fc-aarau.ch, welche einige Jahre bestanden hatte und vorallem durch die Fotos der Choreographien bekannt wurde.
Es war eine schöne Zeit! Als ich dann aber meine Verlobte kennen lernen durfte, war der FC Aarau natürlich nicht mehr das Wichtigste in meinem Leben. Ich habe beschlossen, nur noch die Heimspiele der Aarauer zu besuchen und habe dadurch etwas Distanz gewonnen zum FCA. Trotzdem bin ich nach wie vor eingefleischter FC Aarau Fan, bloss auf eine etwas andere Art. Es tut mir weh, wenn ich sehe, was mit meinem FC Aarau geschehen ist in den letzten Monaten. Vor zwei Jahren war Aarau noch DIE Überraschungsmannschaft der Super League, stand während sechs Runden gar an der Tabellenspitze. Was damals wie ein Traum war, hat sich in einen Alptraum verwandelt. Die Verantwortlichen haben sich blenden lassen von diesem Exploit und prompt folgte nur eine Saison später der Abstieg – nach 29 Jahren in der höchsten Spielklasse. Und was jetzt in der Challenge League geschieht, tut einfach nur noch weh. Da steht eine Mannschaft auf dem Platz, welche kein Stolz und keine Leidenschaft an den Tag legt.
Ich habe nicht erwartet, dass Aarau gleich wieder um den Aufstieg mitspielen wird. Und ich bin ein geduldiger Mensch, der eher mit der rosaroten Brille durchs Brügglifeld läuft, als mit dem Mahnfinger. Doch jetzt habe auch ich genug. Ich habe Angst, dass der FC Aarau zu Grunde geht! Ein klares Zeichen der Fans wäre meines Erachtens jetzt angebracht. Ein Boykott, um die Verantwortlichen wach zu rütteln zum Beispiel. Es muss nämlich etwas geschehen, ansonsten spielt der FC Aarau bald nur noch vor ein paar hundert Zuschauern und die Sponsoren werden sich zurückziehen. Noch kann der FCA vom Prestige leben, das er sich in den letzten Jahren erarbeitet hat. Geht es aber so weiter wie bisher, wird auch dies nicht mehr möglich sein!
Ich will keine Alibi Kicker auf dem heiligen Brügglifeld Rasen das Trikot spazieren tragen sehen. Ich will Spieler sehen, welche den Adler mit stolz auf der Brust tragen und Helden sind!


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