Ein Sonntag der nachdenklich macht!

Gross war die Freude Ende November, als mir mitgeteilt wurde, dass ich definitiv mit einer Mannschaft am diesjährigen Hallenturnier des Fanclub Aarau 1981 mitmachen darf!
Das Turnier begann dann auch vielversprechend für uns. Im ersten Spiel trafen wir auf den FCB Fanclub St.Jakob, den Turniersieger des letzten Jahres. Dank einem unglaublich starken Torhüter und einer disziplinierten Leistung aller Mannschaftsteile, erreichten wir ein 0:0 Remis, dachten zumindest alle! Nur 1 Sekunde (!!!) vor Schluss passierte in unserer Abwehr doch noch ein schwerwiegender Fehler und die Basler wussten dies zum 1:0 auszunutzen. Kaum war der Ball im Netz, ertönte auch schon die Schlusssirene! Bitter, so zu verlieren. Doch auf dieser Leistung konnten wir aufbauen.
Im zweiten Spiel trafen wir auf einen Gegner, den wir überhaupt nicht einschätzen konnten. Der Chelsea Fanclub Zürich sahen wir bis dahin noch nicht spielen. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Hinten konnten wir wiederum auf einen starken Torhüter zählen, doch vorne waren wir zu umständlich. So hiess es auch in diesem Spiel bis kurz vor dem Ende 0:0.
Doch zwei Minuten vor der Schlusssirene stürmte Chelsea plötzlich alleine auf unseren, etwas zu weit vorne stehenden, Torhüter zu. Beim Zurücklaufen stolperte der Goalie auch noch und das 1:0 schien nun doch noch zu fallen. Aber dieser Torhüter gibt nicht so schnell auf! Am Boden liegend, konnte er den Schuss mit den Beinen doch noch abwehren!
Kurz darauf verletzte sich Chregu am Fuss, wodurch ich nochmals zu einem Kurzeinsatz gelangte. In meiner ersten Aktion nach der erneuten Einwechslung kam ich an der Strafraumgrenze an den Ball, liess einen blauen Verteidiger ins Leere laufen und zog mit meinem schwachen linken Fuss ab. Der Ball landete tatsächlich im Netz! Meine Freude war gross, da ja nur noch rund 1 Minute zu spielen war. Und ein Tor zu erzielen weckt einfach geile Gefühle im Körper :-).
In der Folge stürmte Chelsea natürlich wild nach vorne. Kurz vor dem Strafraum versuchten es die Zürcher dann mit einem satten Schuss, welcher mein Knie abzuwehren wusste. Kurz darauf stand Rafael Kern plötzlich alleine vor dem leeren Tor und brauchte den Ball nur noch zum 2:0 einzuschieben – der Sieg war perfekt!
Im dritten Match trafen wir dann auf den FC Alhambra. Im Spiel gegen den FCB Fanclub St.Jakob mussten wir feststellen, dass dies wohl ein ganz harter Brocken werden dürfte.
So war es dann auch nicht sehr verwunderlich, dass wir bald mit 0:2 Toren im Hintertreffen waren. Leider schien dies einem unserer Spieler, den ich selber nicht einmal mitgenommen habe, gar nicht in den Kramm zu passen und er wurde auffällig gegenüber dem Schiedsrichter. Bald schon erhielt er eine geleb Karte und somit eine zwei Minuten Strafe. Ich war in diesem Spiel auch alles andere als überzeugt von diesem Schiedsrichter, doch so ausarten darf es einfach nicht! Hier war wohl der Ursprung für die folgenden negativen Ereignisse. Das Spiel ging 0:3 verloren!
Im vierten Spiel eskalierte das Ganze dann. Wir spielten gegen den GC Fanclub Eastboys und lagen da ebenfalls sehr bald 0:2 zurück. Der Schiedsrichter war auch in diesem Spiel etwas überfordert und unsere Nr.8 konnte sich leider wieder nicht beherrschen. Dazu kamen die Hoppers, welche sehr ruppig in die Zweikämpfe gingen. Bald stand es 0:3 und dem Anschlusstreffer zum 1:3 folgte so gleich auch das 1:4. Das Spiel war gelaufen, doch unser sonst so souveräne Goalie hatte immer wieder den Drang aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen. Und als er dann von einem Hopper angerempelt wurde, drehte er vollkommen durch. Erst schupste er den gegnerischen Spieler, welcher theatralisch zu Boden fiel. Und dies war noch nicht genug, er tritt den am Boden liegenden Spieler mit dem Fuss und wurde natürlich mit rot vom Platz gestellt. Danach folgte eine Rangelei, unsere Nr.8 wollte gar noch auf den Schiri los, was ich zum Glück verhindern konnte. Das Spiel wurde abgebrochen. Unsere Mannschaft verliess das Spielfeld mit einem Pfeiffkonzert, während ich in der Mitte der Halle hilflos stehen blieb.
Die Turnierleitung rufte mich dann zum Jurytisch und teilte mir mit, dass unser Goalie für den Rest des Turniers ausgeschlossen wird und dass der Nr.8 dasselbe drohe!
Ich begab mich nun auch in die Kabine und sagte dem Torhüter, dass für ihn das Turnier gelaufen sei. Der Nr. 8 sagte ich, dass auch er so gut wie ausgeschlossen sei!
Daraufhin beschlossen alle, dass sie nicht weiter spielen werden. Ausser Chregu und mir waren alle weg!
Chregu und ich sprachen mit der Turnierleitung und wir konnten uns darauf einigen, dass wir gespickt mit Spielern von Aarau 1981 und dem FCB Fanclub Bebbi, weiterspielen werden. Das letzte Gruppenspiel gegen Aarau 1981 musste allerdings forfait gewertet werden.
Wir machten also noch die Platzierungsspiele. Verloren jedoch beide und klassierten uns auf dem letzten Schlussrang!
Ich war bitter Enttäuscht. Da erhalte ich die Chance an diesem Turnier teilzunehmen. Biete selbst Leuten, welche ich nicht kannte bisher, eine Chance mit dem Eagles F.C. zu spielen und dann passiert sowas! Ich stehe nachher da wie der letzte Trottel.
Ich musste mich noch den ganzen Sonntag bei diversen Leuten rechtfertigen. Fragen, wieso man so einen Hitzkopf wie die Nr.8 überhaupt mit nimmt an ein solches Turnier musste ich mir pausenlos gefallen lassen. Ich, der Verantwortliche für das Team, war der Buhmann. Der neu ins Leben gerufene Eagles F.C. startet sogleich mit einem miesen Ruf ins Leben.
Ausser Chregu hatte keiner die Eier weiter zu machen. Es ist ja nicht ihr Name, der in den Dreck gezogen wird.
Ich bin schwer enttäuscht. Ganz egal, wie schlecht der Schiri gepfiffen oder wie unfair die Gegner gespielt haben. So ausarten darf es ganz einfach nicht und dafür gibt es keine Entschuldigung. Dass ich jetzt auch noch dem Stargeld hinterher rennen muss, passt auch noch ins Bild.
Ich habe daraus gelernt und werde in Zukunft nur noch Leute mitnehmen, bei denen ich weiss, dass sie aus Freude an solch einem Turnier teilnehmen. Ich hoffe, am nächsten Turnier des Fanclub Aarau 1981 trotzdem nochmals teilnehmen zu dürfen und möchte dann das wahre Gesicht der Eagles zeigen!
Die Vorfälle haben mich gestern und auch noch heute sehr beschäftigt. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ausgerechnet mein Team negativ auf sich aufmerksam gemacht hat…


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