Der längst überfällige Schritt steht bevor

Seit Jahren ist es mein unbändiger Wunsch eine eigene Existenz aufzubauen, ein eigenes Zuhause zu haben. Leider ist aber immer wieder etwas dazwischen gekommen. Es schien wie verhext, mir schien es vergönnt zu sein, eine eigene Wohnung zu haben.

Ich musste mein immer dringenderes Bedürfnis nach einem eigenen Heim immer wieder verdrängen. Lange Zeit konnte ich mich damit trösten, dass es finanziell einfacher ist, ohne eigene Wohnung. Doch dann war der Zeitpunkt gekommen, an dem mein  grosser Wunsch einfach nicht mehr zu verdrängen war. Meine berufliche Situation hatte sich gerade massiv verbessert und so rechneten wir aus, ob wir uns eine eigene Wohnung leisten könnten. Und ja, wir sahen, dass es ohne Probleme gehen würde.

Also los ging die Wohnungssuche. Aber es war ja ganz typisch, nichts passendes schien frei zu sein. Wir schauten uns zwar eine Dachwohnung an, wussten jedoch schon im vornherein, dass wir diese Wohnung wohl eher nicht nehmen würden. Die Suche ging weiter und eines Tages entdeckten wir ein Angebot, das kaum real sein konnte.

Gut, die Wohnung hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen; da musste noch irgendein Hacken sein. Noch am selben Tag konnten wir die Wohnung besichtigen gehen. Wir waren sofort begeistert und konnten einfach keinen Hacken finden. Eine so schöne, grosse Wohnung mit einer solch speziellen Raumeinteilung, einer Küche die keine Wünsche offen lässt und einem richtig geilen (ich muss es so nennen J) Bad, für diesen Preis? Kein Traum, Realität! Die perfekte Wohnung für uns beide!

Also liessen wir noch unseren Charme spielen, zeigten und sagten wie sehr wir diese Wohnung haben möchten und gingen ganz euphorisch nach Hause. Keine Sekunde liess ich verstreichen, um die restlichen Unterlagen per Mail an die Vermieter zu übermitteln. Ich versuchte mich immer wieder zu bremsen, um mir eine mögliche Enttäuschung zu ersparen. Doch es war zu spät. Ich wusste, dass mich eine Absage extrem treffen würde. In der folgenden Nacht schliefen wir nicht allzu viel. Wir redeten beim Einschlafen davon, wie wir was einrichten würden. Der Gedanke, dass diese Wohnung bald uns gehören könnte, war wunderschön und liess uns ungeduldig werden.

Todmüde ging ich am nächsten Tag zur Arbeit und war mit den Gedanken natürlich nur an einem Ort. Um 9 Uhr ging ich in die Pause, zückte mein Handy und sah, dass eine neue Nachricht gekommen war. Melanie schrieb mir, dass wir die Wohnung bekommen haben.

Ein unglaubliches Gefühl schoss in Achterbahnmanier durch meinen zitternden Körper. Ich hätte mir jedes Organ einzeln aus meinem Körper schreien können vor Freude. Der Gedanke an die unappetitliche Sauerei, die solch eine Aktion mit sich gebracht hätte, liess mich dann aber doch etwas ruhiger werden… Der restliche Morgen verging natürlich im Gleitflug und am Nachmittag hatte ich frei.

Nun konnten wir endlich damit beginnen, unseren Umzug zu planen. Bis am Donnerstag hatte ich jedoch noch ein mulmiges Gefühl; wirklich sicher, dass wir die Wohnung tatsächlich beziehen können, war ich mir einfach nicht. Zu oft wurde ich bei diesem Thema schon enttäuscht. Melanie musste nur schon mit einem kritischen Blick auf mich zu kommen und schon war ich sicher, dass sie irgend einen Grund gefunden hatte, weshalb wir die Wohnung doch nicht annehmen könnten. Lange Sekunden, Minuten und Stunden vergingen, ehe wir endlich den Mietvertrag unterschreiben durften. Es ist vollbracht, der eigenen Wohnung steht nichts mehr im Wege!

Nun sind wir so richtig am planen. Selbst über die kleinsten Details, wie zum Beispiel wo mein Bonsai stehen könnte, oder ob wir jeweils Joghurts kaufen oder ob Melanie selbst Joghurts macht, ja sogar über unseren Einkaufstag machten wir uns bereits unsere Gedanken. Schmunzelnd waren wir uns jeweils schnell einig, dass dies noch nicht jetzt zur Diskussion zu stehen hat.

Obwohl ich es kaum erwarten kann, in unser erstes eigenes Heim zu ziehen, geniesse ich diesen Moment der Vorfreude sehr. Die erste Wohnung zu beziehen ist ein ganz besonderer Moment, den man niemals mehr erleben wird. Ein wichtiges, einschneidendes Erlebnis, von dem man wohl das ganze Leben lang erzählen wird. Am 15. Juli beginnt ein neuer Lebensabschnitt; eine Veränderung, welche unheimlich wichtig ist für meine persönliche Entwicklung!

2011 – Das Jahr meines Neubeginns, nun geht es los! Die Vergangenheit möglichst ruhen lassen und sich voller Elan auf die Zukunft freuen, so lautet das Motto!

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