Der FC Aarau kämpft

Heute hat der FC Aarau zum negativen Lizenzentscheid der Swiss Football League Stellung genommen. Die Aarauer sind demnach bereit bis vor das internationale Sportgericht in Lausanne zu gehen, sollte die Lizenz auch in zweiter Instanz verweigert werden. In diesem Falle würde der FCA auch eine Klage gegen die SFL einreichen, da es für Aarau äusserst schwierig ist, die neue Saison zu planen.

Als ich heute beim arbeiten vernommen habe, dass über den FC Aarau gesprochen wird, erhoffte ich mir, dass die Aarauer bekannt geben, dass ein Investor/Mäzen beim FC Aarau einsteigt und Millionen investieren wird. Der Wunschtraum platzte leider schnell, als ich festgestellt habe, um was es wirklich ging. Ich finde es gut, dass der FC Aarau kämpft, nur hoffe ich schwer, dass nicht die volle Konzentration darauf gerichtet wird. Ich befürchte, dass der FCA ohne grossen Sponsor/Mäzen keine Zukunft im Profifussball haben wird. Die Schere zwischen arm und reich wird auch im Fussball immer grösser. Die Zeiten, in denen ein kleiner Verein mit wenig Geld Jahre lang für Furore sorgen konnte, sind vorbei.

Man kann den aktuellen Vorstand auseinander nehmen wie man will. Sie haben auch grosse Fehler begannen und stellen sich immer wieder ungeschickt an. Doch fairerweise muss auch gesagt werden, dass es wohl noch nie schwieriger war, den FC Aarau zu leiten, wie zur aktuellen Zeit. Der FCA wird an den 29 Jahren Nationalliga A gemessen. Dieser Massstab ist aber nicht mehr realistisch. Zudem ist es für den Verein eine völlig neue Situation eine Liga tiefer zu spielen. Der FC Aarau ist Jahre lang über sich hinaus gewachsen, ähnliches ist heut zu Tage kaum noch machbar und wird in der Zukunft wohl gänzlich verschwinden.

Ich wünsche dem FC Aarau einen grossen Geldgeber. Es muss doch möglich sein im Wirtschaftskanton Aargau einen Spitzenklub zu haben! Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, dass auf Dauer Spitzenfussball in Aarau zu sehen sein wird, egal wie es in den nächsten Wochen weiter geht.

Hier noch die heute veröffentlichte Medienmitteilung des FC Aarau:

Nachdem im ersten Lizenzverfahren der Swiss Football League (SFL) dem FC Aarau die Spielberechtigung in der Challenge League verweigert wurde, hat die für den Profi-Spielbetrieb zuständige FC Aarau AG das Rekursrecht gegen den negativen Entscheid fristgerecht wahrgenommen.

Der Grund der Lizenzverweigerung ist der Umstand, dass beim ersten Lizenzantrag auf eine Konsolidierung mit dem Verein FC Aarau 1902 bewusst verzichtet wurde. Die FC Aarau AG und der Verein FC Aarau 1902 sind sowohl organisatorisch, wie auch rechtlich zwei unabhängige Parteien. Eine Konsolidierungspflicht besteht aus unserer Sicht demnach nicht. Die Argumente, Fakten und Gründe dazu wurden der SFL mit der ersten Lizenzeingabe beigelegt und u.a. mit dem „Fall Rrustemaj“ begründet. Damals wurde die FC Aarau AG mit einer Forfaitniederlage belegt, nachdem ein Spieler eingesetzt wurde, der für den Verein FC Aarau 1902 spielberechtigt war.

Nach dem negativen Entscheid der Lizenzkommission hat die FC Aarau AG fristgerecht eine Konsolidierung mit dem Verein nachgereicht. An unserer Meinung bezüglich Konsolidierung hat sich damit aber nichts geändert. Wenn die Rekurskommission dies wiederum anders beurteilt, werden wir diesen Entscheid ans internationale Sportgericht in Lausanne (CAS) weiterziehen. Falls es wirklich soweit kommen sollte, werden unsere Chancen von unserem Rechtsvertreter als gut beurteilt. Eine Zivilklage gegen die SFL mit einer dazugehörenden Schadensersatzklage werden wir uns vorbehalten. Inwieweit die Lizenzkommission das Urteil des MTO-Prozesses mit den dazu gehörenden Konsequenzen für den Verein FC Aarau 1902 die Lizenzvergabe für die FC Aarau AG beeinflusst hat, entzieht sich unseren Kenntnissen. Nach dem vorliegenden Urteil des Bundesgerichts sind wir besorgt über die Zukunft des Vereins FC Aarau 1902. Ziel des Vereins ist nach wie vor die sportliche Tätigkeit des Breitensports weiterzuführen und der Nachwuchs eine professionelle Zukunft bieten zu können.

 

Die FC Aarau AG, das Team Aargau und im Weiteren auch das Stadionprojekt, welches sich in öffentlicher Hand befindet, sind vom MTO-Prozess nicht betroffen. Gegenüber diesen Organen können in keiner Weise Forderungen irgendwelcher Art geltend gemacht werden. Welche Auswirkungen das Bundesgerichtsurteil für die im Verein FC Aarau 1902 angegliederten Abteilungen (Kinder-, Breiten- und Frauenfussball) haben wird, namentlich in welcher Form die MTO ihre Forderungen gegenüber dem Verein durchsetzen wird, kann und darf die FC Aarau AG nicht beurteilen. Dennoch erschwert uns die derzeitige Ungewissheit die Planung für die Saison 2011/2012. Wir sind allerdings zuversichtlich, den Spielbetrieb für die kommende Saison mit der Lizenz für die Challenge League aufnehmen zu können.

 

Der Verwaltungsrat der FC Aarau AG hat zusammen mit seinen Rechtsvertretern in den letzten Wochen intensiv gearbeitet. Bei einem hängigen Verfahren ist eine detaillierte Kommunikation und Information der Öffentlichkeit nicht immer möglich. Wir hoffen aber mit diesem Communiqué ein wenig Klarheit über den Stand der Dinge geschaffen zu haben. Nun gilt es den Ligaerhalt auch sportlich zu schaffen. Wir danken Ihnen für Ihre wertvolle Unterstützung. Hopp Aarau!

 

Alfred Schmid, Präsident FC Aarau AG

Roger Geissberger, Vizepräsident FC Aarau AG 

Quelle: fcaarau.ch 

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