Bestes Derby aller Zeiten

Ja ich weiss, es ist bereits fast eine Woche her seit dem packendem Aargauer Derby auf dem Brügglifeld. Doch dieses Wechselbad der Gefühle hat mich dermassen ausgepowert, dass ich bisher keine Chance hatte darüber zu schreiben. Spass beiseite, der wirkliche Grund für den späten Bericht war eine hartnäckige Grippe die mich flach gelegt hat und zwar so richtig!

Aber nun endlich zum Derby. Das einzig Enttäuschende an diesem kalten Sonntag war der Zuschaueraufmarsch. Vielen war es offensichtlich zu kalt, um Fussball zu schauen. Wer jedoch nicht dabei war, der hat das beste Aargauer Derby aller Zeiten verpasst. Sorry, aber es ist halt einfach so.

Als Davide Callà nach vierzehn Minuten bereits zum 2:0 einschob, sagte ich noch, dass es heute wohl eine Packung geben würde. Wohlen machte auf mich in der Startphase einen solch schlechten Eindruck, dass ich niemals – auch nur im Entferntesten – daran geglaubt hätte, was noch folgen sollte.

Wohlen kam plötzlich besser in die Partie und erzielte durch den Ex-Aarauer Sergio Bastida noch vor Ablauf der ersten halben Stunde den Anschlusstreffer. Danach passierte nicht mehr allzu viel nennenswertes vor der Pause. Doch fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff erreichte uns Aarauer der erste Schock. Wiederum war es ein Ex-Aarauer, der für die Freiämter einnetzen konnte. Cristian Ianu – oder wie sie bei Harry Potter sagen würden „der Mann, dessen Name nicht genannt werden darf“ 😉 – fand das Eckige per Kopf.

13 Minuten später kam es noch dicker für die Aarauer. Milani (kein Ex-Aarauer, auch das gibt es bei Wohlen…) versenkte die Kugel aus rund 16 Metern im Aarauer Tor zum 2:3. Ich, und wohl etliche andere Aarauer auch, traute meinen Augen nicht. Nein, nicht Wohlen durfte der Gegner sein, der unsere seit Anfang August anhaltende Serie der Ungeschlagenheit brach. Die Reaktion der Aarauer Spieler machte mich nervös, obwohl sie so brillant und – im Nachhinein betrachtet – äusserst beeindruckend war. Die Jungs blieben ganz ruhig und schalteten einfach mal so nebenbei einen Gang höher. Der Ausgleich liess zwar bis in die 77. Minute auf sich warten, doch  die Aarauer machten den Eindruck, als stand es für sie nie zur Diskussion, wer am Ende als Sieger vom Platz gehen würde.

In der 85. Minute erlöste Adrian Dante Senger die Aarau Fans endlich mit dem 4:3 und nur zwei Minuten später machte Davide Callà mit dem 5:3 alles klar. So, dass auch wir Fans keine Zweifel mehr hatten, wer diese Partie gewinnen wird.

Das Spiel hat Nerven gekostet. Doch war die Freude über die Siegestore weitaus grösser, als wenn der FCA 5:0 oder 6:0 gewonnen hätte. Wenn Aarau am Ende drei Punkte gewinnt, dann sind doch genau solche Spiele die Interessantesten. Und ich bin auch heute noch beeindruckt, wie nervenstark sich die Schwarz-Weissen im kalten Brügglifeld gezeigt hatten.  Und zum frieren kam ich an diesem Sonntag gar nicht erst. Obwohl dies natürlich auch an den 274 Kleiderschichten gelegen haben könnte.

Wenn die Mannschaft im Winter möglichst zusammen gehalten werden kann, dann sehe ich Aarau als klaren Aufstiegsfavoriten.

Hopp Aarau!

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