Aus der Traum…

Es hätte DAS Wochenende des Jahres werden sollen. Am Samstag im Brügglifeld live zu schauen, wie Aarau den Champions League Teilnehmer FC Zürich besiegt. Am Sonntag mit meiner Mannschaft das lang ersehnte Grümpelturnier spielen. Endlich wieder auf dem Platz stehen und die pure Spielfreude erleben. Doch es kam alles anders.
Ich, einer dieser Menschen, die das ganze Pandemiegeschwaffel für reine Panikmacherei halten, stehe unter Quarantäne, wegen des Verdachts auf Schweinegrippe! Das ganze Wochenende futsch! Meinen FCA bekomme ich bloss über die Konferenzschaltung des Teleclubs zu sehen und das Grümpelturnier findet ohne mich statt.
Es fällt mir ziemlich schwer, dies einfach so hin zu nehmen. Habe ich mich doch schon lange darauf gefreut. Ja, es war mein Highlight dieses Jahres! Und jetzt kann ich es nicht erleben. ich werde zu Hause im Bett liegen und mir am Abend anhören, wie toll es gewesen war.
Na ja, ändern kann ich es nicht mehr und vielleicht muss es ja so sein. Ich werde mir jedenfalls keine Verletzung einfangen.
Dass ich mich mit dem H1N1 Virus infiziert habe, glaube ich jedoch kaum. Obwohl es mir am Donnerstag so schlecht ging, wie in meinem ganzen Leben noch nicht, denke ich trotzdem, dass es eine normale Sommergrippe ist. Heute geht es mir jedenfalls schon wieder wesentlich besser. Am Montag weiss ich dann mehr!
Der Donnerstag war allerdings schon etwas heftig. Ich konnte mich kaum noch bewegen, fühlte mich Hundselend und dachte, dass mein Kopf nächstens explodieren würde. Schüttelfrost und Schweissanfälle wechselten sich regelmässig ab und das Fieber stieg munter bis auf 40 Grad!
Meine Schwester telefonierte sofort in den Notfall, wo man uns anwies unverzüglich vorbei zu kommen.
Im KSA angekommen musste ich erst eine Mundschutzmaske anziehen und ein Formular ausfüllen. Danach wurde ich in den extra für die Schweinegrippe geschaffenen Raum gewiesen, in dem ich eine Ewigkeit warten musste.
Dann musste ich einer Krankenschwester alles detailiert erzählen. Kaum alles erzählt, betrat eine zweite Krankenschwester den Raum, welche mir Blut nahm und die Geschichte ebenfalls hören wollte. Währenddessen schaute mir die erste Krankenschwester in die Augen, in den Mund, in die Nase und in die Ohren. Ich war etwas überfordert mit zwei Frauen, welche mich gleichzeitig bearbeiteten. 😉
Dann verschwanden die beiden und tauchten hie und da kurz auf, um dann doch wieder zu verschwinden. Abstriche von Hals und Nase wurden noch gemacht und dann kam das lange Warten. ich weiss nicht wie lange ich in diesem Raum gelegen habe, doch es kam mir vor wie Tage.
Ein Oberarzt besuchte mich dann nach Mitternacht endlich auch noch. Die ganze Geschichte habe ich also ein weiteres Mal erzählen dürfen. Der Oberarzt schaute mir dann noch die Lunge genauer an und konnte mir endlich sagen was Sache ist!
Klar ist, dass ich einen viralen Infekt der Atemwege habe. Doch es besteht immer noch der Verdacht auf das H1N1 Virus, besser bekannt als die Schweinegrippe. Ich habe alles Symptone, es kann sich aber auch einfach um eine normale Grippe handeln. Bis dies abgeklärt ist, stehe ich unter Quarantäne. Das Haus darf nicht verlassen werden und die Munschutzmaske muss zu Hause immer getragen werden, um meine Mitbewohner nicht zu gefährden.
Bis jetzt ist dies alles kein Problem für mich. Doch wenn ich daran denke, dass ich bei einem FCA Heimspiel nicht im Brügglifeld sein kann, stimmt es mich schon etwas traurig. Schliesslich verpasste ich am 16.10.2005 das letzte Mal ein Heimspiel meines FC Aarau. Gegen die Young Boys gab es damals einen 1:0 Sieg, vielleicht ja ein gutes Omen!
Doch noch mehr wird mich der Sonntag wurmen. Seit Wochen plange ich auf dieses Turnier und jetzt muss ich es platzen lassen!


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